Krefeld: Von Seide bis Synthesizer

Krefeld: Von Seide bis Synthesizer

Die Leser stimmen ab, wer aus der Vorschlagsliste der Besten aufs Siegertreppchen kann. Unsere Kandidaten aus dem 18. bis 21. Jahrhundert sind alle gebürtige Krefelder, drei sind mit der Seidenfabrikation verbunden, zwei sind international bekannte Künstler.

Die drei Seidenfabrikanten haben sich mit ihren Taten und Namen in Krefeld verewigt, wenn auch unterschiedlich deutlich. Parks, Straßen und Plätze wurden nach ihnen benannt. Die Erinnerung an den Licht-Künstler Adolf Luther, der mit Linsen und Hohlspiegeln arbeitete, will die Adolf-Luther-Stiftung wachhalten. Sie ist in Luthers ehemaligen Wohn- und Atelierhaus an der Viktoriastraße 112 angesiedelt. Ralf Hütter verließ Krefeld und gründete sein Klingklang-Studio für "Kraftwerk" in Düsseldorf.

Friedrich Heinrich von der Leyen, 1769 bis 1825, Fabrikant und Politiker. Foto: Stadtarchiv Krefeld

Gewinnspiel Wir suchen "Unsere Besten". Stimmen Sie ab unter www.rp-online.de/unsereBestenKrefeld oder Telefon 01379-880203-xx, für die heutigen Kandidaten die Endnummern 19 bis 23\. Es gibt Preise im Wert von 5000 Euro zu gewinnen.

Wilhelm Deuß stiftete 1897 das Gelände für den heutigen Stadtwald. Foto: Stadtarchiv

Endnummer 19: Wohltäter nach seinem Tode

Ralf Hütter (l.) mit seiner Band Kraftwerk. Foto: dapd

Cornelius de Greiff , 1781 geboren, wuchs in einer sehr wohlhabenden mennonitischen Familie auf. 1838 ließ er das Haus Greiffenhorst mit dem Park errichten. Cornelius de Greiff lebte als Junggeselle sehr zurückgezogen. Der Seidenfabrikant war noch ehrenamtlicher Handelsrichter, Mitglied der Handelskammer und Ratsherr in Linn. In seinem Testament vermachte er der Stadt insgesamt 458 000 Taler (der preußische Taler entsprach drei Reichsmark) für das Krankenhaus, für Pflegehäuser für arbeitsunfähige Männer und Frauen ab 65 Jahren, Waise, Geisteskranke, Blinde, Taubstumme und für kinderreiche Familien. Cornelius de Greiff starb am 16\. April 1863\.

Endnummer 20: Der Seidenbaron von Krefeld

Friedrich Heinrich von Friedrich Freiherr von der Leyen, 1769 in Krefeld geboren und 1825 dort gestorben, wurde im Volksmund "Seidenbaron" genannt. Der Unternehmer wird 1800 Bürgermeister von Krefeld. Als Napoleon 1804 Krefeld besucht, wohnt er bei von der Leyen. Von der Leyen, einer der reichsten Fabrikanten des Departements, wird erster Vorsitzender der Chambre consultative de manufactures, fabriques, arts et métiers. 1805 nimmt Friedrich Heinrich von der Leyen als Deputierter an der gesetzgebenden Versammlung in Paris teil. 1813 wurde er mit dem Titel eines Baron de l'Empire geadelt, nach Ende der Franzosenzeit 1815 wird er 1816 preußischer Freiherr.

  • Krefeld : Adolf Luthers Werk und Sammlung in der Schweiz

Endnummer 21: Der Stifter des Stadtwaldes

Wilhelm Deuß, 1827 in Krefeld geboren, war ein vorzüglicher Seidenfachmann. Zusammen mit Albert Oetker gründete er in den 1880er Jahren die Mechanische Seidenweberei und Tuchfabrik Deuß & Oetker (später Verseidag AG). Als Wilhelm Deuß seinen 70\. Geburtstag feierte, schenkte er der Stadt 1897 ein Waldstück von 35 Hektar aus dem Bockumer Busch, das zu einem Erholungsgebiet umgestaltet wurde. Vier Jahre später wurde der Park im Stil englischer Landschaftsgärten eröffnet. Im Stadtpark erinnert ab 1913 ein kleiner Rundtempel an den Stifter. Wilhelm Deuß gehört zu den großen Wohltätern Krefelds. Er starb 1911 in Krefeld.

Endnummer 22: Das Unsichtbare sichtbar machen

Mit seiner "Linsenallee" auf dem Ostwall ist der Krefelder Künstler Adolf Luther auch 21 Jahre nach seinem Tode 1990 in der Innenstadt immer noch sehr präsent. Luther, 1912 in Krefeld-Uerdingen geboren, wächst in Essen auf. Während des Krieges, der ihn an die Westfront nach Frankreich bringt, beginnt er in Bonn ein Jurastudium, das er 1943 mit Promotion abschließt. Nach dem Krieg arbeitet er als Richter in Düsseldorf, ist aber auch parallel künstlerisch tätig. Schließlich gibt er 1957 das Richteramt auf und widmet sich ausschließlich der Kunst. Ab den 60er Jahren arbeitet er mit Linsen und Hohlspiegeln. Mit diesen Arbeiten wird er international bekannt.

Endnummer 23: Kraftwerk mit Krefelder Wurzeln

Kraftwerk, die berühmte deutsche Band der elektronischen Musik, wird in der Regel mit Düsseldorf in Verbindung gebracht. Nur wenige wissen, dass Ralf Hütter, der die Band 1970 zusammen mit Florian Schneider-Esleben gründete, ein gebürtiger Krefelder ist. Hütter, am 20\. August 1946 geboren, studierte an der Akademie Remscheid für musische Bildung. Bei Kraftwerk spielte er zuerst Orgel und Percussion, später verschiedene elektronische Klangerzeuger. Kraftwerk, Pioniere auf dem Gebiet der elektronischen Musik, beeinflussten zahlreiche Musikstile. Ralf Hütter war aber auch ein engagierter Radsportler. Bei einem Trainingsunfall wurde er schwer verletzt.

(RP/jco)
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