Krefeld: Volksbank Krefeld reißt Rekordmarke

Krefeld: Volksbank Krefeld reißt Rekordmarke

Erstmals in ihrer Geschichte erzielte die Genossenschaftsbank beim Kundenvolumen mehr als vier Milliarden Euro. Genau waren es 4,057 Milliarden Euro. Auch fürs Kreditgeschäft meldet das Geldinstitut einen Höchststand.

Erstmals in der 126-jährigen Geschichte der Volksbank Krefeld hat die Genossenschaftsbank im Kundenvolumen die Vier-Milliarden-Euro-Grenze überschritten. "Das sind 6,9 Prozent mehr als im Vorjahr", berichtete Vorstandsvorsitzender Klaus Geurden gestern bei der Vorstellung der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2017. Trotz schwieriger Begleitumstände bilanziert er für das Geldinstitut eine "positive Entwicklung".

Dass dies offenbar auch die Kunden so sehen, unterstreicht der Zuwachs bei den Teilhabern an der Volksbank. Der stieg im vergangenen Jahr um 1692 neuen Genossenschaftsmitgliedern auf 42.201 Teilhaber. Die dürfen sich auf eine Dividende von sechs Prozent freuen. Vorausgesetzt, die Vertreterversammlung stimmt dem Vorschlag in ihrer Sitzung am 9. April zu.

Geurden berichtete von deutlich gestiegenen Einlagen auf der einen und merkbar gestiegenen Kreditgeschäften auf der anderen Seite. Die Volksbank verwaltete auf den Giro-, Festgeld- und Sparkonten ihrer Kunden einen Betrag von 1,417 Milliarden Euro. Das sind fünf Prozent mehr als im Vergleichsjahr 2016. Rechnet man die Einlagen der genossenschaftlichen Partner wie Union Invest, R+V Lebensversicherungen und Schwäbisch Hall Bausparkasse hinzu, dann steigt der Betrag auf 2,342 Milliarden Euro - ein Plus von sieben Prozent.

Nicht minder positiv sieht die Entwicklung im Kreditgeschäft aus. Private und gewerbliche Kunden nutzen die Niedrigzinsphase für Investitionen und Konsum über Schnellkredite. Hier verzeichnet die Volksbank Krefeld einen Höchststand. Sie verlieh 1,109 Milliarden Euro (plus neun Prozent). "Der Großteil ging an den heimischen Mittelstand", sagte Geurden. "Wir wollen unserem Förderauftrag gerecht werden." Die Stärken seines Institutes sieht der Vorstandsvorsitzende in der Ortskenntnis und den kurzen Entscheidungswegen. "Die Volksbank steht für Sicherheit. Und das ist genau das, was die Menschen in unserer Region wollen. Wir sind keine Übersee-Gesellschaft, die in grauen Kanälen schwimmt und jederzeit von Krisen weggeblasen werden könnte. Wir sind vielmehr eine bedeutende wirtschaftliche Größe in unserer Region", urteilte Geurden. Die Volksbank zahlte 2017 rund 6,1 Millionen Euro Steuern. Etwa 2,2 Millionen Euro davon wanderten als Gewerbesteuer in den Krefelder Stadtsäckel.

  • Krefeld : Volksbank Krefeld baut ihre Marktanteile weiter aus

Damit ist es nicht getan. Die Volksbank beschäftigt 308 Mitarbeiter und 31 Auszubildende und ist an acht Standorten im Stadtgebiet mit Filialen vertreten. Im April beziehungsweise Mai bezieht die Genossenschaftsbank ihre komplett renovierte Filiale im südlichen Stadtteil Fischeln.

Die dort entstehenden Neubaugebiete veranlassen die Verantwortlichen zu noch größerem Optimismus im Bereich Immobilienfinanzierung für dieses Jahr. 2017 stehen 560 Baufinanzierungen mit einem Gesamtvolumen von 135 Millionen Euro zu Buche. Das bedeutet einen Zuwachs von mehr als 16 Prozent. Die vermittelten Kredite an die genossenschaftlichen Hypothekenbanken haben um knapp drei Prozent auf 251 Millionen Euro zugelegt. Die Finanzierungen über die R+V Versicherung stieg auf 221 Millionen Euro. Das Plus bei den Bausparkrediten erreichte 5,7 Prozent auf 111 Millionen Euro.

Die Rücklagen der Volksbank Krefeld betragen rund 200 Millionen Euro. "Das ist ein ordentliches Polster", erklärte Geurden, der sich dagegen wehrt, von der Europäischen Union als Haftender für "marode Risikobanken im Ausland" herangezogen zu werden. Geurden hofft dabei auch auf eine neue Bundesregierung.

(sti)