Krefeld: Viel Geschrei um die Killerpilze

Krefeld : Viel Geschrei um die Killerpilze

Der erste Auftritt der Killerpilze in Krefeld begeisterte die Teenies. In der Kulturfabrik tanzte das junge Publikum wild. Auch einige Eltern konnten der guten Laune, die das Quartett aus München versprühte, nicht widerstehen.

Das Geschrei beginnt, als die Bühne noch in völlige Dunkelheit gehüllt ist. Jeder Schatten treibt die Teenie-Stimmen noch eine Oktave höher – er könnte ja von einem der Idole sein. Als endlich das erste Gitarrenriff ertönt, gibt es für die hüpfenden Mädels in der ersten Reihe kein Halten mehr. Lange Zöpfe wackeln wild durcheinander. Als Johannes "Jo" Halbig, Sänger und Gitarrist der Killerpilze, eine Box erklimmt und über den Fans steht, raubt ihm das Blitzlichtgewitter der ungezählten Kameras aus dem Publikum beinah die Sicht. Da muss ein Teenie-Schwarm durch.

Doch die Killerpilze um Johannes Halbig, seinen Bruder Fabian "Fabi" Halbig, Maximilian "Mäx" Schlichter und den bei Live-Auftritten am Bass spielenden "Benni" sind gerne für ihre Fans da. Das merkt auch das überwiegend weibliche Publikum im besten Teenager-Alter beim Auftritt der Killerpilze in der Kulturfabrik.

Lockere Plauderei

Im lockeren Ton plaudern die zwischen 17 und 22 Jahren alten Jungs mit ihren Fans, scherzen, während sie sich selber auf die Schippe nehmen, und heizen die Stimmung ("Ihr sollt tanzen, pogen und ausrasten") immer wieder an. Das gelingt ihnen im kleinen Saal der Kufa vor allem durch ihre gelungene Mischung aus Punk, Rock und leichten Balladen-Elementen. Vor allem der satte Sound der Gitarren und das Wummern des Schlagzeugs lassen die Herzen des Publikums höher schlagen.

Doch der körperliche Einsatz führt auch schnell zu Ermüdungserscheinungen, allerdings nur beim Material. Nach nicht einmal einer halben Stunde hat der mit Irokesen-Schnitt auftretende Fabian Halbig die erste Saite seiner Gitarre zerspielt. Nach kurzer Pause geht es mit weißglänzender, neuer Gitarre weiter.

Sogar ihren Mut beweisen die Killerpilze in Krefeld. Denn passend zum Lied "Rendezvous" stürzt sich Maximilian Schlichter normalerweise ins Publikum, was er sich auch in Krefeld nicht nehmen lassen will. Doch beim Anblick der doch eher zierlich wirkenden Mädchen in den ersten Reihen muss der Sänger erst mal ein paar Jungs aus den hinteren Rängen nach vorn beordern, damit sie Gitarrist Maximilian sicher wieder auf die Bühne befördern.

Musikalisch bekommen die Fans der Killerpilze eine gelungene Mischung aus alten und neuen Songs zu hören. Ob die Lieder vom im März erschienenen Album "Lautonom" oder von einem der beiden früheren Alben stammen – egal: Die Fans singen jedes Lied problemlos mit. So viel Einsatz von Band und Publikum können auch die wenigen Vertreter älterer Semester nicht widerstehen. Während ihr Hauptaugenmerk anfangs noch auf der Beaufsichtigung der minderjährigen Sprösslinge lag, erwischen sich viele Väter nun dabei, wie sie gut gelaunt zum Takt der Lieblingsband ihrer Kinder mitwippten. So sorgen die Killerpilze mit ihrem generationsübergreifenden Auftritt für gute Laune bei Jung und Alt. Mehr Bilder: www.rp-online.de/krefeld

(RP)