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Krefeld: Verwaltung ist beim Krankenstand Spitze

Krefeld : Verwaltung ist beim Krankenstand Spitze

Die AOK legte die Arbeitsunfähigkeitsdaten für 2017 vor. 45 Prozent der Krefelder brauchten keinen "gelben Schein". Kräfte in der stationären und ambulanten Altenpflege sind häufiger krank als Arbeitnehmer in anderen Branchen.

Beim Krankenstand gehören die Mitarbeiter im Krefelder Rathaus zu den "top drei" in der Stadt. Das ist ein Ergebnis der Arbeitsunfähigkeitsdaten des vergangenen Jahres, welche die AOK gestern vorlegte. Nur Mitarbeiter aus der Ver- und Entsorgung und dem Bereich der Metallwaren waren häufiger krank. "Hierbei handelt es sich jedoch um Angestellte, die fast ausschließlich körperlich arbeiten", so Dr. Matthias Czarny vom Institut für betriebliche Gesundheitsförderung (BGF), der die Zahlen gestern gemeinsam mit AOK-Regionaldirektorin Marion Schröder vorstellte. Nach Aussage des Wissenschaftlers gab es die wenigsten Krankmeldungen in Krefeld im Gastgewerbe. Rund 70.000 AOK-Versicherte gibt es in Krefeld, etwa 24.566 sind in einem Beschäftigungsverhältnis. Von denen gingen im vergangenen Jahr 32.719 Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen bei der Kasse ein. "Es handelt sich hierbei um Fälle, bei denen ein ärztliches Attest vorliegt", erklärt Czarny. Damit kommen die AOK-Versicherten in Krefeld auf 389.247 Fehltage. Czarny: Dazu kommt noch eine gewisse Grauzone aus den sogenannten Karenztagen."

Doch es gibt auch Positives aus Krefeld. Insgesamt waren die AOK-Versicherten 2017 seltener krank als im Vorjahr. Laut Auswertung lag der durchschnittliche Krankenstand bei 5,88 Prozent. Zwölf Monate zuvor hatte er noch 6,19 Prozent betragen. Zu diesem Krankenstand beigetragen haben jedoch nur 55 Prozent aller Beschäftigten in Krefeld. "Somit fehlten 45 Prozent der betrachteten Arbeitnehmer in Krefeld 2017 nicht bei der Arbeit", ergänzt Marion Schröder. Sie brauchten keinen "gelben Schein".

Kräfte in der stationären und ambulanten Altenpflege sind (als Nummer vier der Rangliste) häufiger krank als Arbeitnehmer in anderen Branchen. Bei ihnen lag der Krankenstand mit 8,29 Prozent überdurchschnittlich hoch. Muskel- und Skeletterkrankungen oder psychische Erkrankungen lagen einem Drittel der Arbeitsunfähigkeitstage von Altenpflegekräften zu Grunde.

Im Gegenzug spielt die betriebliche Gesundheitsförderung eine immer wichtigere Rolle, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten und Erkrankungen vorzubeugen", so Marion Schröder. "Wir bieten in unserem Institut für betriebliche Gesundheitsförderung maßgeschneiderte Lösungen für Unternehmen an - vom gesundheitsgerechten Arbeitsplatz über Seminare für Stressmanagement bis hin zu Gesundheitstagen." Muskel- und Skeletterkrankungen - wie Rückenschmerzen oder Schulterleiden - stehen für die meisten Fehltage nach wie vor an erster Stelle. Im Durchschnitt fiel jeder AOK-versicherte Beschäftigte in Krefeld im vergangenen Jahr an knapp sieben Kalendertagen wegen einer Erkrankung des Muskel- und Skelettsystems aus. Auf Rang zwei der Fehltagestatistik folgen psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Belastungsstörungen. Nachdem die Zahlen in dieser Diagnose 2015 auf 2016 stabil waren, gab es 2017 einen Rückgang von 0,6 Prozent. "Damit weist rein rechnerisch jeder bei der AOK versicherte Beschäftigte in Krefeld im Schnitt gut drei Fehltage aufgrund einer psychischen Erkrankung auf", so Czarny. "Die Zahl der Krankschreibungen wegen Problemen mit den Atemwegen lag ebenfalls bei drei Fehltagen und damit auf Vorjahresniveau."

(RP)