Krefeld: Verteidiger von Lothar Vauth setzen Zeugen unter Druck

Krefeld : Verteidiger von Lothar Vauth setzen Zeugen unter Druck

Im Prozess gegen den Krefelder Anwalt soll die Glaubwürdigkeit der Zeugen erschüttert werden.

Lothar Vauth, wegen Untreue angeklagter Krefelder Rechtsanwalt, hat an vergangen Prozesstag weitere Zeugenaussagen äußerlich gelassen hingenommen. Er und seine Ehefrau schrieben während der Verhandlung mit. Die Verteidigung versuchte durch stetiges Fragen nach genauen Erinnerungen der Zeugen, die Glaubwürdigkeit zu entkräften. Nach knapp zehn Jahren sollten sich die Zeugen noch an Details erinnern und viele Fragen aus dem Gedächtnis beantworten können.

Eine Anwältin, die die Gegenseite in einem Erbstreit vertrat, hatte zum Glück noch eigene Unterlagen. Die Akten ihrer Kanzlei seien nämlich nach so langer Zeit schon vernichtet worden, gab sie an. Deshalb habe sie auch keine Schriftstücke des Angeklagten mehr. Sie schilderte, dass sie eine Mandantin vertrat, die 2008 auf Zahlung eines Pflichtteils aus dem Erbe verklagt worden war. Sie wisse, dass man sich auf 125.000 Euro einigte, die die Frau an ihre Schwester zahlen musste. Der Anwalt habe aber 60.000 Euro mehr gefordert. Dass das nicht rechtens war, habe ihre Mandantin nicht gewusst. Sie könne nach so langer Zeit nicht mehr aus der Erinnerung sagen, ob die Mandantin an die Kanzlei oder an Vauth persönlich zahlte, sagte sie auf Nachfrage.

Ein Vertriebsingenieur berichtete, dass es auch bei ihm Unstimmigkeiten bei der Auszahlung gab. Der Angeklagte habe ihn zunächst in der Sache vertreten, es sei zu einer Gerichtsverhandlung gekommen und man habe ihm nach einem Vergleich rund 17.000 Euro zugesprochen. Das Geld sei trotz der vereinbarten Frist nicht rechtzeitig an ihn weitergeleitet worden. Bei einem Anruf habe er dann von einem anderen Anwalt erfahren, dass dieser nichts über das Geld sagen könne. Der habe sich beklagt, dass er keine Auskunft bekomme, obwohl er selber dort arbeite. Nach dem Austritt des Angeklagten aus der Kanzlei habe man ihm mitgeteilt, dass es Unstimmigkeiten gab. Das Geld erhielt er, als er einen weiteren Anwalt einschaltete. Bisher haben schon viele Zeugen ähnlich belastende Angaben gemacht.

(BL)
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