Krefeld: Versteigerung: 840 Euro für eine Horten-Kachel

Krefeld: Versteigerung: 840 Euro für eine Horten-Kachel

17.400 Euro für den guten Zweck hat eine Versteigerung von Horten-Kacheln und anderen Devotionalien beim Verein "Impuls Krefeld" gebracht.

Ganz schön gemausert hat sich der ehemalige Verkehrsverein Krefeld, noch früher Verschönerungsverein genannt, seit engagierter Nachwuchs ihn entstaubt und mit viel Respekt vor bewährten Traditionen, aber auch mit frischem Wind erneuert und treffend in "Impuls Krefeld" umbenannt hat. Wie man erfolgreiches Fundraising betreibt, konnte man am Dienstag im Glasfoyer des Stadttheaters erleben. Als die Abtragung der Kachel- bzw. Wabenfassade des alten Horten-Hauses anstand, gab es viele Ideen für ihre Verwendung, aber niemand, der die Stücke gerettet hätte.

Nur einige Hellwache von "Impuls Krefeld" organisierten einen Lkw und luden 17 teils in Aluminium, teils in Keramik ausgeführte Exemplare auf, von denen nun 15 - flankiert von 15 für den guten Zweck gestifteten Kunstwerken - zugunsten des "Spiel ohne Ranzen", des Seifenkistenrennens am Hülser Berg und des "Stups-Kinderzentrums" versteigert wurden. Galerist Ralph Kleinsimmlinghaus gab einen humorigen Auktionator und begann vor dem gut besetzten Auditorium mit der ersten Alu-Kachel.

Das Startgebot für die relativ leichten Alu-Teile lag bei 100, das für die über 30 Kilo schweren Keramik-Elemente bei 150 Euro. Das erste Stück erzielte 180 Euro. "Hoffen Sie nicht, dass die nächsten billiger werden", stachelte der Auktionator das Publikum an und behielt recht. Bis 530 Euro für Alu und 840 Euro für Keramik kletterten die Gebote. Allein die Horten-Souvenirs erbrachten 7320 Euro.

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Die Schar der Interessenten rekrutierte sich nur zu etwa 20 Prozent aus dem Verein "Impuls Krefeld" selbst, der in sich bereits eine breitgefächerte Einkommensstruktur aufweist. Und Letzteres galt auch für das übrige, vor allem aus Privatleuten und Freiberuflern zusammengesetzte Publikum. Die Kunstwerke - immer abwechselnd mit den Bauteilen aufgerufen - erzielten ihrerseits sehr unterschiedliche Preise.

Eine Horten-Kachel als Sammlerstück - es staunen: Jessica Oehmke, Bettina Weitzel, Cordula Fleißig, Christian Schmidt , Stefan Butz, Dirk Wellen. Foto: T.L.

Zwei blieben liegen, zwei erzielten ihren Startpreis, der Auktionator selbst hatte eine von Christo handsignierte Planskizze der Reichstagsverpackung aus limitierter Serie beigesteuert, die 620 Euro erbrachte, der Rest rangierte zwischen 130 Euro und dem Spitzenreiter, gestiftet von Günther Uecker persönlich, der auch die Auktionsidee mit entwickelt hatte. Bei 4000 Euro knallte der Hammer für seine auf Bütten geprägte "Strahlung". Über 17.400 Euro kamen so zusammen - inklusive der je fünf Euro, mit denen man bei einer Verlosung die restlichen zwei Horten-Kacheln gewinnen konnte. Der Rest der Fassade wurde übrigens vollständig zerstört und entsorgt.

(RP)
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