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Krefeld: Vermisster: Familie bittet um Hilfe

Krefeld : Vermisster: Familie bittet um Hilfe

Auch vier Tage nach seinem Verschwinden am Sonntag gilt der 72-jährige demente Krefelder Karl Heinrich F. noch als vermisst.

Spürhunde haben in den vergangenen Tagen den Laufweg des 72-Jährigen in die Innenstadt rekonstruiert — an einer Bushaltestelle verliert sich die Spur. Die Polizei hat sich bereits mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit gewandt — alle Zeugenhinweise waren ohne Ergebnis. Jetzt versucht der Sohn des Vermissten, Torsten F., die Öffentlichkeit an der Suche nach seinem Vater zu beteiligen.

In der ganzen Stadt sowie der Nachbarstadt Kempen — dort wohnte Karl Heinrich F. früher — hat F. Plakate aufgehängt. Auch im Internetportal Facebook, wo er die Suchmeldung nach seinem demenzkranken Vater ebenfalls veröffentliche, ist die Solidarität groß. Die Erinnerung an den Fall der ebenfalls demenzkranken Emmy B. im vergangenen Jahr, die Tage später tot in einem Feld bei Elfrath gefunden wurde, ist bei vielen Helfern noch präsent.

Karl Heinrich F. war am Sonntag von seiner Frau zur Kurzzeitpflege in ein Heim am Jungfernweg gebracht worden. Ein Betreuer kümmerte sich dort den ganzen Tag um den Mann. Beide saßen vor dem Fernseher, für kurze Zeit ging der Betreuer raus. Danach war der Demenzkranke verschwunden. "Dem Heim machen wir keinen Vorwurf, es ist eine offene Einrichtung, das wussten wir", betont Sohn Torsten F. Sein Vater sei auch vorher schon mal tageweise in Kurzpflege gewesen, um der Mutter den Alltag zu erleichtern. "Bisher kam es nie vor, dass er so lange verschwunden ist." Sorgen macht dem Sohn besonders, dass der Vater das Trinken vergessen könnte.

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Das Tückische: Karl Heinrich F. merkt man die Demenz nicht an. "Als wir einer Nachbarin berichteten, dass mein Vater verschwunden ist, reagierte sie erstaunt. Sie hatte nie gemerkt, dass er dement ist", berichtet der Sohn. Torsten F. beschreibt seinen Vater als freundlich und hilfsbereit.

Wo er sich aufhält, ist dem Sohn, der mit Familie in Hamburg lebt und zum Zeitpunkt des Verschwindens im Urlaub in Schweden war, ein Rätsel. "Er kann sich auch in einen Zug gesetzt haben und weit weg gefahren sein. Deshalb ist es uns wichtig, dass viele Menschen vom Verschwinden erfahren."

Hinweise an die Polizei unter Tel. 021516340.

(RP/rl/top/jco)