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Verkehrsgutachten sieht keine Probleme für Haus der Bildung in Krefeld

Schulprojekt in Krefeld : Haus der Bildung - Verkehrsgutachten sieht keine Probleme

Der Verkehr werde zunehmen, könne aber verträglich abgewickelt werden. Die CDU sieht ein Gefälligkeitsgutachten. Schon die Annahme, vier Minuten für die Abgabe eine Kindes in der Kita reichten aus, sei unrealistisch.

Das „Haus der Bildung“, das im Bereich Oranierring/ Hofstraße an Stelle der Mosaikschule entstehen soll, stellt verkehrstechnisch kein Problem dar. Dies ist das Ergebnis eines Gutachtens, das am Mittwoch der Politik vorgelegt und auf der Tagesordnung des Betriebsausschusses Zentrales Gebäudemanagement steht. Die CDU überzeugt das Gutachten nicht: Es mache den Eindruck, dass Dinge parat gemacht würden, erklärte Stefanie Neukirchner, schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion.

Sprecher von SPD (Ina Spanier-Oppermann), Grünen (Annelie Wulff)  und FDP (Alexander Schmitz) bekräftigten am Donnerstag, dass sie das Projekt unterstützen – damit hat das Haus der Bildung eine politische Mehrheit und wird gebaut. Alle drei betonten die Bedeutung dieses innovativen Projekts im Bemühen um mehr Bildungsgerechtigkeit für benachteiligte oder in prekären Verhältnissen lebende Familien. 50 Prozent der Kinder in  Stadtmitte leben demnach von Hartz IV.

Erarbeitet wurde das 20-seitige Gutachten vom Büro Thomas und Bökamp aus Münster. Der geplante Neubau  führe zwar zu einer Erhöhung des Verkehrsaufkommens in diesem Bereich, doch könnten diese  zusätzlichen Verkehre „verträglich abgewickelt werden, da Zu- und Abfahrten und Zugänge in Hinblick auf die Lage optimiert wurden“, heißt es. Bei der Planung sei „auf die Belange alle Verkehrsteilnehmer Rücksicht genommen“ worden. Ein Beispiel sei die Ausweisung des sogenannten „Kiss and Ride“-Bereiches an der Hofstraße, dem Bereich, in dem Eltern mit ihren Autos halten, um ihre Kinder in der Kita abzugeben. Das Gutachten veranschlagt dafür im Schnitt vier Minuten pro Kind.

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Die geplante Tiefgarage werde mit 72 Anwohnerstellplätzen „den Parkdruck im Stadtquartier merklich verbessern“, heißt es weiter. Die Ausfahrtrampe zum Oranierring sollte durch bauliche Maßnahmen (Verbreiterung der Ausfahrt durch Abrücken der Stützwände) „übersichtlich und verkehrssicher gestaltet werden“, mahnen die Gutachter. Die Anlage des Vorplatzes im westlichen Bereich vor dem Haus der Bildung am Oranierring verbessere die Sicherheit der Schulverkehre und gestalte den Verkehrsraum übersichtlich. Ein noch ungelöstes Problem ist demnach eine Haltestelle für Schulbusse. Bisher nutzen die Busse  den ATU-Parkplatz; die Gutachter empfehlen die Einrichtung einer Haltestelle am Oranierring. Keine Problem sehen die Experten mit Lieferverkehren: „Diese sind von der Hofstraße im Bereich der Kiss & Ride-Zone vorgesehen. Die Anlieferungen sollen nicht innerhalb der Spitzenstunde erfolgen“, heißt es dazu – sie würden sonst mit dem Bring- und Holverkehr der Eltern kollidieren.

Die Kritik der CDU richtet sich dagegen, dass das Gutachten nicht das Mobilitätsgutachten für Krefeld mit in die Überlegungen einbezieht. Der Ring soll ja zeitnah vierspurig werden, es sollen Parklätze wegfallen – damit ändere sich die Ausgangssituation, betont die CDU-Politikerin Neukirchner. „Wenn das Projekt zukunftsorientiert sein soll, dann muss es das Mobilitätskonzept der Stadt mit aufgreifen.“ Neukirchner glaubt auch nicht daran, dass sich die Tiefgaragenausfahrt auf den Oranierring mit der Ring-Funktion der Straße verträgt. Wie die Stadt dort eine Haltestelle einrichten will, ist ihr ebenso schleierhaft wie die Aussage, dass Lieferverkehre keine Probleme darstellten: „Wo ist ein Lieferverkehr-Fahrzeug kleiner als ein Bus?“ Sie glaubt auch nicht daran, dass die veranschlagten vier Minuten für die Übergabe eines Kita-Kindes ausreichen. Die CDU wird dem Projekt weiter nicht zustimmen.

Zum weiteren Vorgehen: Das Projekt kann im November nach Abschluss der Planungen im Rat beschlossen werden. Die Arbeiten können im April 2022 beginnen, wenn die Mosaikschule in das Schulgebäude an der Prinz-Ferdinand-Sraße umgezogen ist. Der Neubau kann 2023 fertig sein.