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Verkehr in Krefeld: Im Rahmen der Mobilitätswoche erarbeiten Bürger Vorschläge

Mobilitätswoche in Krefeld : City soll fußgängerfreundlich werden

Über viele Jahrzehnte stand das Auto im Vordergrund. Fußgänger und Radfahrer sahen sich an den Rand gedrängt. Das soll sich ändern. In Workshops im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche erarbeiten Krefelder Vorschläge.

Krefeld nimmt den Fußverkehr bei der Stadtplanung verstärkt in den Blick. CO2-Belastung, Luftverschmutzung, Lärm, Unfallzahlen – die Liste der Gründe für die Hinwendung zu den Interessen von Fußgängern, aber auch Radfahrern kann beliebig verlängert werden.

Bei der Planung der innerstädtischen Straßen indes wurde oft genug die natürlichste Form der Fortbewegung außer Acht gelassen. Fußgänger können ein Lied singen von Ampeln, die dem Pkw zu Lasten der Grünphase für Fußgänger den Vorzug geben oder zugeparkten sowie zu eng bemessenen Gehwegen. Endlos sind die Klagen von Radfahrern über Zustand und Führung von Krefelder Radwegen.

Das soll sich ändern, hat sich der für die Stadt- und Verkehrsplanung zuständige Fachbereichsleiter Norbert Hudde vorgenommen. Ein Anstoß kam von Karin Mast, die der BUND-Kreisgruppe Krefeld vorsteht. Mast arbeitet eng mit dem Fachverband Fußverkehr Deutschland (FUSS) zusammen, der seit 2016 Städte bei der strategischen Förderung des kommunalen Fußverkehrs berät.

Vom  16. bis 22. September beteiligt sich die Stadt Krefeld zum zweiten Mal an der Europäischen Mobilitätswoche, deren Motto „Klimafreundliche Mobilität für alle!“ die Aufmerksamkeit diesmal auf nachhaltige Mobilität lenken möchte. Im Rahmen dieser, von der Europäischen Kommission speziell an Kommunen gerichteten Kampagne sollen Vertreter der Städte mit Bürgern diskutieren, wie sich eine klimafreundliche Mobilität für alle Nutzer auf einer gleichberechtigten und barrierefreien Grundlage herstellen lässt. Für den Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) bietet sich die Gelegenheit, Gefahrenpunkte und Defizite des Krefelder Radverkehrs aufzuzeigen, aber auch die vielfältigen Möglichkeiten der Nutzung des Fahrrades im Alltag zu demonstrieren. ADFC-Sprecher Andreas Domanski verweist zudem auf die geführte Radwanderung zur Krefelder Partnerstadt Venlo am Samstag, 19. September, die um 9 Uhr am Weltladen, Westwall 62, startet. Beim Aktionstag „Fair statt mehr“ des ADFC, ebenfalls am 19. September am Pop-up-Store des Weltladens an der Marktstraße 36, wird um 12 Uhr ein besonderes Fahrrad enthüllt. Außerdem gibt es eine Menge Tipps rund ums Rad, für Routen durch die Stadt, zum Fahrradparken und für den Einkauf per Rad mit Packtaschen, Anhänger oder Lastenrad.

Mit dem Fachbereich Stadtplanung bietet die Krefelder Mobilitätsplanerin Martina Foltys-Banning verschiedene Ideenwerkstätten  in den  Stadtteile an, in denen Verkehrsprobleme diskutiert werden. So sind interessierte Hülser eingeladen, am Stand auf dem Wochenmarkt am Samstag, 19. September, von 9 bis 12 Uhr die Verknüpfung des Öffentlichen Personennahverkehrs mit anderen Verkehrsarten sowie der vor dem Stadtteilzentrum endenden Straßenbahn zu erörtern und Ideen zu entwickeln, wie man die ländlichen Gebiete sinnvoll anbindet.

Ein Großteil neuer Wohn- und Gewerbeflächen liegt in Fischeln. Am Montag, 21. September, können bei einer Ideenwerkstatt vor der Volksbank an der Haltestelle Clemensstraße von 16 bis 19 Uhr die Fragen diskutiert werden, wie eine zunehmende Siedlungsdichte mit bedarfsgerechten Verkehrsangeboten gestaltet werden kann und mit welchen Möglichkeiten bereits heute stark belastete Hauptverkehrsstraßen entlastet werden können?

Am Dienstag, 22. September, steht die Krefelder Innenstadt im Fokus, an die es durch zahlreiche Nutzer besondere Anforderungen gibt. Treffpunkt ist hier der Haupteingang der VHS, Von-der-Leyen-Platz 2. Anmeldung per Mail an vhs@krefeld.de.

Am Donnerstag, 17. September, beschäftigt sich die Ideenwerkstatt in der Zeit von 16 bis 19 Uhr in der St. Andreas Kirche, Legionstraße 40 in Gellep-Stratum, mit dem von vielen Anwohnern als Ärgernis empfundenen Güterverkehr im Bereich des Hafens. Dabei werden die Probleme des ruhenden Verkehrs nicht ausgeklammert, der wegen der unzureichenden Bedingungen im Hafenbereich oft genug in die benachbarten Wohngebiete von Gellep-Stratum, Linn oder Uerdingen ausweicht.

Auf einem von Patrick Riskowsky (FUSS) geleiteten „Fußverkehrs-Check“ am Freitag, 18. September, zwischen 16 und 19 Uhr sollen Teilnehmer auf einer 2,5 Kilometer langen Route erkunden, wo Fußgängern  „der Schuh drückt“.