Krefeld: Verhandlungen gescheitert: Tiere sollen in Stadt-Gebäude

Krefeld : Verhandlungen gescheitert: Tiere sollen in Stadt-Gebäude

Kämmerer Ulrich Cyprian berichtet von neuen Plänen

Die Verhandlung zwischen Stadtverwaltung und Tierschutzverein über die Fundtieraufnahme sind jetzt endgültig gescheitert. Dies teilte die Krefelder Verwaltung am späten Nachmittag per Pressemitteilung mit. Die Politik habe der Verwaltung den Auftrag erteilt, die Voraussetzungen für eine adäquate Fundtierverwaltung durch den Fachbereich Ordnung zu schaffen. "Die nähere Ausgestaltung wird die Stadtverwaltung kurzfristig erarbeiten", hieß es.

Die Zeit eilt: Schon ab kommenden Sonntag, 1. Februar, muss die Stadt selbst die Krefelder Fundtiere aufnehmen.

Wie Stadtkämmerer Ulrich Cyprian gestern Abend auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, soll für eine Übergangszeit die Kompetenz des Zoodirektors Wolfgang Dreßen genutzt werden, um eine geordnete Fundtieraufnahme sicherzustellen. Auch die Quarantänestation Hausenhof des Krefelder Zoos ist als neues Tierheim nicht komplett aus dem Rennen. Dafür bedürfe es aber des Dialogs mit den Zoofreunden, betonte Cyprian gestern. Perspektivisch suche die Stadt nun nach leerstehenden städtischen Gebäuden, die für die Aufnahme von Fundtieren hergerichtet werden können. "Die Stadt Krefeld ist groß, wir verfügen über solche Gebäude und Flächen", sagte Cyprian. Er rechnet damit, dass der Start der Fundtierannahme holprig verläuft. "Bis das komplett läuft, werden Wochen vergehen." Mehrere Fachbereiche würden nach Lösungen suchen.

Bereits Ende vergangenen Jahres gab es den Vertragsstreit, der Tierschutzverein verlangte insgesamt 290 000 Euro für sein Dienstleistungspaket der Fundtieraufnahme. Die Stadt wollte aber nicht mehr als 265 000 Euro bereits inklusive Mehrwertsteuer zahlen. Dies reicht aus Sicht des Tierschutzvereins nicht aus. Die Politik regte daraufhin Ende vergangenen Jahres weitere Verhandlungen an - für die Übergangszeit sollte das Tierheim weiter die Fundtiere aufnehmen. Gestern nun dann die endgültige Absage.

Für alle Krefelder, die ab Februar Fundtiere entdecken, gilt also eine neue Rufnummer: Der Fachbereich Ordnung ist dann in Fundtierangelegenheiten unter der Rufnummer 0171 5527317 zu erreichen.

(sep)