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Krefeld: Verein will Sternwarte in Linn bauen

Krefeld : Verein will Sternwarte in Linn bauen

Im nächsten Sommer möchte die Vereinigung Krefelder Sternfreunde am Danziger Platz ihre neue Sternwarte eröffnen. Eine Baugenehmigung liegt bereits vor. An der Finanzierung fehlen noch 50 000 Euro.

Die Genehmigung zum Bau einer Sternwarte liegt dem Verein schon länger vor. Sie sei noch bis Juli des kommenden Jahres gültig, könne aber verlängert werden, berichtet Gert Külkens, zweiter Vorsitzender der Vereinigung Krefelder Sternfreunde. "Wir wollen das Vorhaben jetzt aktiv angehen", erklärten der Vereinsvorsitzende Wolfgang Verbeek und Geschäftsführer Theo Kannenberg im Gespräch mit unserer Zeitung.

Noch fehlen fast 50 000 Euro für die Finanzierung des Vorhabens auf dem Dach eines Nebengebäudes der früheren Hauptschule Danziger Platz in Linn. Und auch die Planung und die statischen Berechnungen lägen im Detail noch nicht vor. An beidem werde gearbeitet. Um die konkreten Baupläne kümmert sich Külkens. Priorität habe der Aspekt Wirtschaftlichkeit. So sei an eine Holzkonstruktion für die siebenmal vier Meter große Sternwarte gedacht. Hinzu komme nach ersten Entwürfen eine viermal fünf Meter große Terrasse.

Das Besondere an dem Bau wird sein, dass die Sternfreude die Hälfte des Daches zurückschieben und dann ohne Probleme mit ihrem fest installierten Teleskop den Himmel beobachten können. Im Zentrum der Grundfläche entsteht zu diesem Zweck eine Säule, auf der genau austariert das wertvolle und zwei Zentner schwere Schmidt-Cassegrain-Teleskop zu stehen kommen soll. Der Zugang in die Sternwarte erfolgt aus dem obersten Geschoss des als Abendgymnasium genutzten Gebäudes. Die Treppe ist aus Metall. "Wir haben an verschiedenen Stellen unseres Bauvorhabens die Brandschutzbestimmungen zu beachten", erläutert Külkens die Materialwahl.

Auf dem Dach des mit Waschbeton verkleideten Gebäudes soll die Sternwarte der Vereinigung Krefelder Sternfreunde entstehen. Die Genehmigung liegt vor. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Nach dem Abriss des Hochhauses auf dem Areal des Klinikums haben die Sternfreunde im Oktober 2011 einen Klassenraum am Danziger Platz bezogen. Mit dem Abriss des Helios-Hochhauses verschwand auch die bisherige Sternwarte des Vereins auf dem Dach des zwölfstöckigen Gebäudes. "Der Klassenraum ist prima, aber wir zahlen jeden Monat eine Miete an die Stadt, die sogar die frühere Jahresmiete bei Helios übersteigt", informiert Verbeek.

Die Sternfreunde hätten aus diesem Grund nur sehr schleppend mit Hilfe von Spenden Rücklagen für den Bau einer neuen Sternwarte bilden können. Die Freunde der Astronomie wollen jetzt offensiv um Geld- oder Materialspenden werben, um das Vereinsleben auch für junge Interessierte attraktiver gestalten zu können. Derzeit hat der Verein rund 75 Mitglieder.

Die Fachleute halten regelmäßig Vorträge in Kindergärten und Schulen oder auch bei der Volkshochschule. Am Dienstag, 21. Oktober, referiert Verbeek zum Beispiel über die Sonne. Mit gewisser Vorfreude warten er und seine Vereinsfreunde auf den 20. März 2015 - dann gibt es eine partielle Sonnenfinsternis. Gegen 9.30 Uhr sollte der Blick auf die Sonne zu drei Vierteln durch den Mond verdeckt sein.

Exkursionen führen die Sternfreunde in die Eifel. In Krefeld sei die Lichtverschmutzung zu groß, sagt Külkens. In der Eifel sei der Himmel viel dunkler. "Wir sind aus diesem Grund auf der Suche nach einem zusätzlichen Beobachtungsplatz in Sonsbeck oder Kerken", informiert Külkens. Die Sternwarte in Krefeld soll idealerweise schon im kommenden Sommer fertig werden.

(RP)