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Verberg: 100 Jahre Bürgerverein

Bürgerverein Verberg : Das Dorf im Kuhlenbogen feiert 100 Jahre Bürgerverein

Vor 100 Jahren gründete sich der Bürgerverein Verberg. Am Sonntag feierten die Mitglieder bei schönstem Wetter den Festakt am Haus Kleinlosen.

Wenn Engel reisen, lacht die Sonne, heißt es. Bürgervereinsvorsitzender Manfred Steinborn übertrug das Sprichwort auf seine Heimat Verberg, der das Wetter beim Festakt zum 100-jährigen Bestehen des Bürgervereins am Sonntag ebenfalls hold war. Der Vorsitzende lobte seine tüchtigen Mitglieder, die „machen und sich kümmern, Papier aufheben, Bäume gießen, Bänke in Absprache mit der Stadt aufstellen und die Verwaltung auf Mängel hinweisen“.

Bezirksvorsteher Wolfgang Merkel wollte in seiner Rede eigentlich auf die prächtigen Fahnen Bezug nehmen, mit denen sich das stolze „Dorf im Kuhlenbogen“ ansonsten gerne schmückt. Doch just an diesem Tage wehten sie nicht - was für einige Lacher im Publikum sorgte. Steinborn versprach umgehend, den Fehler zum 200. Geburtstag des Vereins wiedergutzumachen. Der launige Schlagabtausch der Verberger Amtsträger zeigt: Die Zusammenarbeit von Bezirksvertretung und Bürgerverein funktioniert. Oder, wie es Merkel formulierte: „Da passt kein Blatt Papier dazwischen.“

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Die aktuell rund 4100 Verberger sind stolz auf ihr Dorf im Grünen, das seit 1907 zu Krefeld gehört. „In Verberg passiert nichts, ohne dass der Bürgerverein nicht daran beteiligt ist“, weiß auch Oberbürgermeister Frank Meyer und lobte in seiner Rede das Engagement der Vereinsmitglieder und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. „Die Bürgervereine sind Krefelds Spezialität. Ich kenne keine andere Stadt, die eine so hohe Dichte an solchen Vereinen hat und dazu noch einen Dachverband, der ihre Interessen vertritt.“ Das Lob gab Vorsitzender Steinborn gern zurück und sagte: „Wir fühlen uns als Bürgerverein von der Stadt ernst genommen.“

Das Dörfchen Verberg wurde bereits im 13. Jahrhundert erwähnt. Der Name heißt so viel wie „Vor dem Bruch“, womit das Hülser Bruch gemeint sei, wenn man aus Richtung Bockum schaue, erklärte Wolfgang Merkel in seiner Rede. Die urkundliche Gründung des Bürgervereins fand am 7. März 1918 statt. „Die Vereinssatzung hatte sieben Paragraphen. Im Vorstand waren viele Personen, deren Namen bis heute im Ort bekannt sind“, erzählte der Bezirksvorsteher. Verberg sei Heimat. Und zwar eine reale Heimat, anders als das Internet, das seinen Nutzern nur vorgaukele, in der ganzen Welt zu Hause zu sein, letztendlich aber die Vereinsamung fördere. In Verberg werden Gemeinschaft und Brauchtum gelebt und gepflegt.

Als nachträgliches Geschenk der Stadt zum 100. Jubiläum bezeichnete Merkel die Linksabbiegerspur an der Marcelli-Kreuzung, die ab Herbst fertiggestellt sein soll und dann zur Heyenbaumstraße führe, der „Lebensader Verbergs“. Oberbürgermeister Meyer hatte aber jetzt schon ein Präsent dabei. Eine Stele der Stadt und einen Scheck der Sparkassen-Stiftung.