Seiner Zeit voraus Krefelder Unternehmen ist Pionier für biogenes Flüssiggas in Deutschland

Krefeld · Die Krefelder Primagas Energie GmbH & Co KG mit Hauptsitz an der Luisenstraße bekam schon seit 2018 exklusiv vom finnischen Multi Neste so genanntes Biopropangas.

 Flüssiggas ist unabhängig vom öffentlichen Gasnetz und kann auch in Wasserschutzgebieten eingesetzt werden.

Flüssiggas ist unabhängig vom öffentlichen Gasnetz und kann auch in Wasserschutzgebieten eingesetzt werden.

Foto: PRIMAGAS Energie GmbH/Jürgen Nobel

Im April 2018 dachte in Deutschland noch niemand an eine Energiekrise und eine spätere Notwendigkeit, Alternativen zum russischen Gas einzuplanen. Heute rühmt sich die Bundesregierung für die Geschwindigkeit, mit der sie die Genehmigungem für schwimmende Terminals zum Umschlag von LNG-Gas in der Nordsee realisiert hat.

In Krefeld steht dieses Thema schon deutlich länger auf der Agenda. Einige Jahre haben die Vorarbeiten und Gespräche gedauert, bis die Verträge unterschrieben waren. Die Krefelder Primagas Energie GmbH & Co KG mit Hauptsitz an der Luisenstraße bekam schon  seit 2018 exklusiv vom finnischen Multi Neste so genanntes biogenes Flüssiggas – oder Biopropangas – aus einer für 60 Millionen Euro gebauten Spezialraffinerie in Rotterdam geliefert.

Am Monatsbeginn hat die baden-württembergische Landesregierung im Einklang mit den Klimazielen der Europäischen Union und der Bundesregierung ein novelliertes Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) verabschiedet. Das EWärmeG erkennt biogenes Flüssiggas erstmalig auch im Gebäudebestand als Erfüllungsoption für die Nutzungspflichten erneuerbarer Energien an.

Der Flüssiggas-Versorger Primagas ist in Deutschland Pionier bei biogenem Flüssiggas. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) von 2020 habe den regenerativen Energieträger bundesweit offiziell zur Erfüllung der Nutzungspflicht von erneuerbaren Energien im Neubau anerkannt. Baden-Württemberg habe jetzt den nächsten Schritt gemacht: Im aktualisieren EWärmeG erkenne das Bundesland biogenes Flüssiggas als Erfüllungsoption auch im Bestand an. „Das ist ein sehr positives Signal,“ sagt Thomas Landmann, Vertriebsdirektor bei Primagas.

Beim Vergleich mit Heizöl werde das deutlich: Während bereits herkömmliches Flüssiggas viel weniger Kohlendioxid verursache, erzeuge die biogene Variante noch einmal bis zu 90 Prozent weniger CO2. Ab 1. Januar 2024 würden, laut aktuellem Stand, 65 Prozent erneuerbare Energien bei neuen Heizungen verpflichtend. „Wer noch in diesem Jahr eine neue Flüssiggasheizung einbaut“, erklärt Thomas Landmann, „kann die aktuellen Anforderungen jetzt mit einem biogenem Flüssiggasanteil erfüllen. Und: Die Therme hat Bestandsschutz über 2024 hinaus.“

Das biogene Flüssiggas von Primagas werde aus nachwachsenden Rohstoffen und organischen Rest- und Abfallstoffen hergestellt. Es könne in denselben Anlagen wie konventionelles Flüssiggas eingesetzt werden. Bei den Kunden lagere es außerhalb des Gebäudes in oberirdischen oder erdgedeckten Tanks - so seien sie unabhängig vom öffentlichen Gasnetz. informierte ein Unternehmenssprecher.