Umstrittene Wohngebiete in Krefeld: SPD will Prüfung beenden

Gebietsentwicklungsplan : Umstrittene Wohngebiete: SPD will Flächen aus der Prüfung nehmen

Antrag: Die Stadt soll sich bei der Bezirksregierung Düsseldorf dafür einsetzen, keine weiteren Baugebiete in Krefeld für die Aufnahme in den Regionalplan zu prüfen.

Kehrtwende in der Wohnungspolitik: Die Krefelder Sozialdemokraten wollen die Stadtverwaltung beauftragen, gegenüber der Bezirksregierung Düsseldorf deutlich zu machen, dass die für den Regionalplan vorgeschlagenen Wohngebiete nicht in eine weitere Prüfung einbezogen werden sollen. Das solle der Ausschuss für Stadtplanung und -sanierung in seiner Sitzung am 11. September beschließen, berichtete SPD-Ratsherr Jürgen Hengst, der auch MItglied im Regionalrat ist. Mit diesem Antrag schwenkt die Krefelder SPD auf den Kurs der Krefelder Grünen ein. Die betonten stets die Konflikte, die durch zusätzliche Versiegelung und neue Bebauung mit den Zielen von Umwelt- und Klimaschutz entstehen.

Hengst beschreibt zunächst den Status Quo: Demnach sei es unstreitig, dass in der Region um Düsseldorf nach wie vor nachdrücklich Baulandflächen gesucht würden, um einer weiterhin steigenden Wohnraumnachfrage gerecht zu werden. Da aus Sicht der Bezirksregierung Düsseldorf die hierfür vorhandenen Reserven des Gebietsentwicklungsplanes (GEP) nicht ausreichend seien, solle zunächst eine Überprüfung zusätzlicher möglicher Flächen vorgenommen werden. Dieser Prüfung hat der Regionalrat mehrheitlich zugestimmt, betonte Hengst.

Für Krefeld habe die Bezirksregierung sechs mögliche Flächen identifiziert, die potenziell in Wohnbauland umgewandelt werden könnten. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt kein Beschluss zur konkreten Flächenentwicklung gefasst worden sei, werde bereits deutlich, dass die bislang erfolgte Auswahl zwar das Ziel der Schaffung von zusätzlich benötigtem Wohnbaulandes verfolge, dabei jedoch das aus Sicht der SPD-Fraktion mindestens gleichberechtigte Ziel eines effektiven Umwelt- und Klimaschutzes nicht hinreichend berücksichtige.

Hengst geht in der Deutlichkeit der Aussage noch einen Schritt weiter: Die Auswahl der potenziellen Krefelder Baugebiete stehe somit auch einer zukunftsorientierten Stadtentwicklungspolitik, die die Grundsätze des ökologischen Planens und Bauens berücksichtige, in Teilen entgegen.

Ferner habe für die SPD-Fraktion grundsätzlich die Beschlusslage aus dem Jahr 2014 weiterhin bestand. Der Position des Oberbürgermeisters, sich bei der Ausweisung neuer Wohngebiete auf die Realisierung der zurzeit insgesamt 4711 Wohneinheiten zu konzentrieren, die sich in Krefeld in laufenden Genehmigungsverfahren befänden, schließe die SPD-Fraktion sich an.

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