Krefeld: Uerdinger Prachtsiedlung

Krefeld: Uerdinger Prachtsiedlung

Vor 90 Jahren wurde der Grundstein für die Ter-Meer-Siedlung im nördlichen Uerdingen gelegt. Ihr Namensgeber Edmund ter Meer hatte sie für die Arbeiter und Angestellten seiner Farbenwerke von den Architekten Girmes & Oediger errichten lassen. Seit 1994 steht sie unter Denkmalsschutz.

Vor 90 Jahren wurde der Grundstein für die Ter-Meer-Siedlung im nördlichen Uerdingen gelegt. Ihr Namensgeber Edmund ter Meer hatte sie für die Arbeiter und Angestellten seiner Farbenwerke von den Architekten Girmes & Oediger errichten lassen. Seit 1994 steht sie unter Denkmalsschutz.

Uerdingen Im Krieg verschont, in den 90er Jahren saniert und 1994 unter Denkmalschutz gestellt, ist die Ter-Meer-Siedlung im nördlichen Uerdingen nahe des Stadtparks heute noch eine der beeindruckendsten Wohnquartiere Krefelds. In diesem Jahr wird die Siedlung mit ihren Backsteinbauten aus einer Kombination von Historismus, Expressionismus, Neobarock und dem sogenannten Heimatstil 90 Jahre alt. Im vergangenen Jahr wurde sie mit dem TÜV-Gütesiegel "Geprüfte Lebensqualität in Siedlungen" ausgezeichnet.

1920 kaufte Edmund ter Meer, der gut drei Jahrzehnte zuvor die Farbenwerke E. ter Meer & Co. — das Vorgängerunternehmen des späteren Bayerwerks und des heutigen Chemparks — gegründet hatte, das sumpfige Viehweideland als Baugebiet. 1921 wurde der Grundstein für die Siedlung gelegt, die seinen Arbeitern und Angestellten den dringend benötigten Wohnraum bieten sollte. Als Architekten hatte der Geheime Kommerzienrat die Krefelder Architekten Girmes & Oediger beauftragt, nach deren Plänen zunächst 62 Gebäude mit 94 Wohnungen errichtet wurden. Noch heute prangt die Jahreszahl der Grundsteinlegung über dem Torbogen auf dem zentralen Platz.

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Die Siedlung "umfasste die Ecke Ahornstraße, dann Schützen-, ter-Meer-, Weilerstraße und ter-Meer-Platz mit festen Fahrbahnen, Bürgersteigen, Gas- und Wasserleitung, elektrischen Licht und Kanalanschluss; der Durchgang Weilerstraße war beiderseits mit Torbögen überbaut, Ein- und Ausgang ter-Meer-Straße mit Kandelabern versehen, auf dem ter-Meer-Platz eine Grünfläche von Ahornbäumen flankiert, an der westlichen Seite der Flora-Brunnen. Diese Siedlung wurde 1922 fertiggestellt nebst schönen Gartenanlagen, Obst-, und Beerensträuchern und Ziergärten", heißt es im Blatt der Uerdinger Heimatbunds "Os Oeding" anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Siedlung.

Diese Beschreibung trifft im Wesentlichen auch heute, ein halbes Jahrhundert später, noch zu. 1945 wurden derselben Quelle zufolge die Schützen-, die Edmund-, die Weiler- und die ter-Meer-Straße weiter ausgebaut, so dass in der Siedlung zu dem Zeitpunkt 320 Familien ihr Zuhause hatten. Darüber hinaus wurden an der Emil-Fischer-Straße acht Einfamilienhäuser für die Akademiker des Werks, das Edmund ter Meer 1925 in die "I.G. Farbenindustrie" überführt hatte, gebaut. Drei Jahre zuvor war er zum Uerdinger Ehrenbürger ernannt worden.

Heute sind die Gebäude der Siedlung, die von Menschen aller Altersgruppen bewohnt wird, im Besitz der THS-Wohnen mit Sitz in Gelsenkirchen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 90 Jahre Ter-Meer-Siedlung

(RP/rl)
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