Krefeld: Uerdinger fordern Polizeiwache

Krefeld: Uerdinger fordern Polizeiwache

Trinkgelage von Jugendlichen – teils mit tätlichen Auseinandersetzungen – und zurückgelassener Dreck gehören zu den Hauptärgernissen in der Rheinstadt. Zwar arbeiten vier Polizisten in der Bezirksstelle im Rathaus, sie haben aber keinen Streifenwagen, um im Notfall Einsätze zu fahren.

Uerdingen Glasscherben, Lärm, Verschmutzung – bereits im letzten Jahr erregte das die Gemüter der Anwohner am Uerdinger Rheintor. Aber auch die Bewohner anderer Straßen, wie die der Niederstraße waren verärgert. Schnell kam die Forderung nach mehr Polizeipräsenz auf.

Besorgte Bürger wandten sich an den Polizeipräsidenten Rainer Furth: Sie wiesen darauf hin, dass das Rheintor ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche und Kinder sei. Dabei handele es sich aber nicht nur um Uerdinger, sonden auch um Jugendliche aus Duisburg und Düsseldorf. Die Abfälle – Flaschen, Essensreste, Verpackungsmaterialien – fänden die Anwohner dann in ihren Hauseingängen, auf Bürgersteig und Straße, auf und unter dem Rheintor und auf dem Werftgelände. Immer wieder komme es auch zu lautstarken, teils tätlichen Auseinandersetzungen. Das soll sich bald ändern – mit der Einrichtung einer Polizeiwache für Uerdingen.

CDU-Antrag in der BZV

Die CDU hat für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Uerdingen am kommenden Mittwoch, 24. März, einen entsprechenden Antrag gestellt. Fraktionssprecher Werner Näser: "Wiederholt weisen Bürger darauf hin, dass eine Polizeiwache im Innenstadtbereich von Uerdingen vermisst wird. Die Frage stellt sich, wen man ansprechen soll, wenn etwas nicht in Ordnung erscheint. Eine Wache, wie es sie in Uerdingen früher einmal gab, sorgte dafür, dass die Polizei immer vor Ort war. Man konnte die Polizeibeamten ansprechen und auf Probleme aufmerksam machen. Leider ist das heute kaum noch möglich", klagt Näser.

"Früher, als ich anfing, gab es eine Polizei-Wache an der Alten Krefelder Straße 6, dann zog sie an andere Standorte, bis sie geschlossen wurde", erzählt Polizeihauptkommissar Andreas Boosen. Heute gibt es nur eine Bezirksstelle, in der vier Beamte arbeiten. Jeder von ihnen ist für einen Bezirk von 8000 bis 10 000 Einwohnern zuständig. Die Bandbreite der Arbeit reiche vom Aufnehmen von Anzeigen über Beratung bis hin zum Radfahrunterricht in den Schulen. Allerdings können, und das ist ein großer Nachteil, die Bezirksbeamten im Notfall nicht mit einem Streifenwagen zum Einsatz fahren. Deshalb besteht auch die Forderung nach einer Wache.

"Wir hatten früher immer eine Polizeiwache in Uerdingen und das sollte auch in Zukunft wieder so sein. Das ist der Wunsch vieler Uerdinger Bürger. Sie klagen über die Situation am Röttgen oder auf dem Werftgelände", erzählt Werner Näser. Auch im Wallgarten, im Stadtpark oder abends in der Fußgängerzone komme es immer wieder zu Vorfällen, wobei der Alkoholkonsum eine bedeutende Rolle spielt. "Und immer kommt die Forderung, dass hier schnell etwas passieren muss."

Die CDU wird den Polizeipräsidenten um Prüfung zur Errichtung einer Polizeiwache in Uerdingen bitten. Eine Wache in Uerdingen – so wie es früher einmal war.

(RP)