Krefeld: Uerdinger Bücherei: Verkauf des Gebäudes im Gespräch

Krefeld: Uerdinger Bücherei: Verkauf des Gebäudes im Gespräch

Die Stadt denkt über einen Verkauf des Gebäudes nach, in dem die gerade geschlossene Uerdinger Stadtteilbücherei untergebracht ist. Wie Bezirksvorsteher Elmar Jakubowski auf Anfrage mitteilte, gebe es bereits Interessenten mit ernsthaften Kaufabsichten und Konzepten.

Unterdessen hat die Uerdinger Bürgerinitiative gestern mit einer "Trauerfeier" erneut gegen die Schließung der Stadtteilbücherei protestiert.

Das Gebäude am Marktplatz ist Teil der Herbertz-Häuser, bestehend aus Rathaus, Apotheke und Bücherei-Gebäude (in dem früher einmal das Amtsgericht residierte). Die Häuser wurden ab 1832 im Auftrag der Familie Herbertz vom berühmten Baumeister Adolph von Vagedes als Wohnhäuser errichtet – die Familie war mit Zuckerraffinerien reich geworden. Die Apotheke ist heute in Privatbesitz, Rathaus und Bücherei gehören der Stadt. Die Stadt wird demnächst 80 000 Euro für die Sanierung der Dächer von Rathaus und Bücherei ausgeben – die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen.

Wie Bezirksvorsteher Jakubowski erläuterte, gibt es mehrere Interessenten mit konkreten Nutzungskonzepten für das Bücherei-Gebäude, darunter ein Gastronom, zwei Einzelhändler und ein Handwerker, der dort einen Betrieb installieren will. Ein Stadtsprecher betont aber, dass Entscheidungen über Verkauf oder künftige Nutzung noch nicht gefallen seien – "wir prüfen in jede Richtung", hieß es.

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Die Bücherei residierte seit 1977 in dem Gebäude. Davor war sie im alten Uerdinger Rathaus und in einem Pavillon am Röttgen untergebracht. Die Bücherei an sich ist viel älter: Schon im Eingemeindungsvertrag von 1930 zwischen Uerdingen und Krefeld wurde festgehalten, dass Krefeld die Uerdinger Bücherei in gutem Zustand zu erhalten habe – die Regelung gilt aber nicht mehr.

Als erste Sparmaßnahme wurden die Öffnungszeiten der Bücherei reduziert. Bis 1994 war sie montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr und dienstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Ab 1994 sollte sie nur noch an zwei Nachmittagen geöffnet werden – nach Protesten blieb es bei drei Nachmittagen. Die erste Schließungsdebatte flackerte vor drei Jahren auf. Nun wurde sie im Zuge der Haushaltssanierung geschlossen – die Stadt will so 30 000 Euro im Jahr sparen.

(RP/rl)