Über die Kunst zurück in die Arbeitswelt

Projekt : Über die Kunst zurück in die Arbeitswelt

Das Jobcenter stellte zusammen mit der Kommunalen Zentralstelle für Beschäftigungsförderung der Stadt die Ergebnisse des Kooperationsprojekts „HIB – Hilfe in die Berufswelt“ vor. Zielgruppe sind junge Erwachsene.

Das im September 2017 gegründete Projekt „HIB – Hilfe in die Berufswelt“ neigt sich dem Ende zu. Nach fast einem Jahr stellten nun Martina Bergmann, aus dem Fachbereich Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung, und Guido Trappmann, Abteilungsleiter der Kommunalen Zentralstelle für Beschäftigungsförderung, die Ergebnisse des Kooperationsprojekts und zahlreiche erarbeitete Kunstwerke junger Teilnehmer vor.

Das Projekt betrifft hauptsächlich junge Arbeitslose, denen die Möglichkeit geboten werden soll, einen Weg in die Ausbildungs- und Arbeitswelt zu bekommen. Dabei wird im Rahmen des Projekts auf eine berufliche Orientierung und Lebensplanung gesetzt. „Besonders stolz bin ich auf das große Engagement und die vielen Ideen“, sagt Martina Bergmann. Insgesamt gab es 53 Teilnehmer, die durch ein Programm intensiver Einzelhilfe und Begegnungstreffen geführt wurden. Der Fokus sollte in diesem Jahr, anders als beim Vorgängerprojekt, auf der Arbeitsvermittlung liegen, erklärt Guido Trappmann. „Es geht hier um junge Menschen, die massive Probleme haben. Jedoch hat jeder von ihnen Stärken und diese sind herauszuarbeiten.“

Bei der sogenannten Perspektivverarbeitung geht es im ersten Schritt darum, einen Ausgangspunkt für die jungen Erwachsenen zu finden. Es sollten gemeinsam Ziele erarbeitet und in kleinen Schritten erreicht werden. „Angefangen wurde bei simplen Dingen wie Pünktlichkeit“, erklärt der Abteilungsleiter der Kommunalen Zentralstelle für Beschäftigungsförderung. Die Teilnehmer sollen an Regelmäßigkeit, frühes Aufstehen und einen strukturierten Tagesablauf herangeführt werden. In einem weiteren Schritt werden sie zu ihren eigenen Berufsvorstellungen und Wünschen befragt, um auf ein größeres Ziel hinarbeiten zu können. „Hier stößt man oft auf negative Einstellungen und negative Antworten der jungen Erwachsenen“, erklärt Martina Bergmann. Man müsse weiter Unterstützung anbieten und kontinuierlich weiterarbeiten.

In der bisherigen Projektlaufzeit sind die Mitarbeiter besonders stolz, acht von 53 Teilnehmern in die Ausbildungs- und Arbeitswelt vermittelt zu haben. Ein weiterer habe sich entschieden, das Berufskolleg für einen höheren Abschluss zu besuchen und für zehn Andere habe sich eine weitere Orientierungsmaßnahme ergeben. Mit den übrigen 34 Teilnehmern wurde eine Perspektive erarbeitet. „Besonders wichtig ist uns hier die Kombination von Jugendhilfe und berufsvorbereitenden Maßnahmen“, erklärt die Mitarbeiterin aus Fachbereich Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung. Im Rahmen des Kooperationsprojekts ist auch Petra Winz-Becker vom Jobcenter Krefeld zufrieden mit der Arbeit. „Mir ist dieses Projekt sehr nahe“, sagt sie. Besonderen Fokus lege man vor allem auf die Stabilisierung in der Berufswelt.

„Wir haben gemeinsam Kosten besprochen, Kunstprojekte organisiert, ein Bewerbungstraining durchgeführt und hatten auch eine Praktikumsphase“, erklärt die Sozialarbeiterin Chantal Alscher, die die jungen Erwachsenen zusammen mit ihrer Mitarbeiterin Alexandra Kowalski, begleitete. All diese Projekte wurden von den Teilnehmern auf Leinwänden und Plakaten ausgestellt. „Es ändert sich vieles. Es hat sich meine ganze Einstellung geändert“, erzählt der 22-jährige Ben, der am HIB-Projekt teilnimmt. Ihm sei bewusst geworden, dass es wichtig ist, etwas vorweisen zu können und plant nun eine Ausbildung als Anlagemechaniker. Auch die 27 Jahre alte Christina hat durch das Projekt mehrere Bereiche entdeckt, die ihr gefallen und bemüht sich nun um ein Praktikum beim Fotografen. „Mir hat es besonders gefallen, dass wir bei dem Projekt unsere Kreativität ausleben und eigene Ideen einbringen konnten“, sagt die junge Frau.

Petra Winz-Becker, Martina Bergmann, Alexandra Kowalski, Chantal Alscher, und Guido Trappmann (v.l.) kümmerten sich um die Jugendlichen. Foto: Sophie Hanel

Ein Folgeprojekt ist bereits in Planung und beantragt, erklärt Martina Bergmann.

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