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Über den Begriff „Zentrum“ in Krefeld in Zeiten von Corona

Kommentar : Über den Begriff „Zentrum“ in Zeiten von Corona

Die Stadt hat ein „Diagnose-Zentrum“ eingerichtet und damit Erwartungen geweckt, die sie nun enttäuscht. Ein Fehler.

Uns erreichen in diesen aufregenden Tagen viele Berichte von Bürgern, die fassungslos darüber sind, dass sie stundenlang beim sogenannten Diagnose-Zentrum telefonisch nicht durchkommen. Kein Wunder. Im Endeffekt sitzt da eine Person an einem Telefon. Das ist lächerlich.

Daraufhin angesprochen, hat Oberbürgermeister Meyer nun betont, die Stadt mache ja nur ein zusätzliches Angebot, in der Hauptsache seien die Hausärzte gefragt. Das mit dem „Zentrum“ war also nicht so gemeint; es handelt sich eher um einen Außenposten, ein Blockhaus am Rande der Zivilisation. Das Dumme ist nur: Die Bürger haben das zu Recht ganz anders verstanden, nämlich so, wie es der Begriff nahelegt: dass es eine zentrale Anlaufstelle gibt, die – behördlich überwacht – die Jagd nach dem Virus leitet.

Wer ein „Diagnose-Zentrum“ im Rahmen eines historisch dimensionierten Krisenmanagements einrichtet, der suggeriert eben, dass dies auch ein richtiges Zentrum ist. Dazu kommt, und das kann man auf allen Kanälen hören und sehen: Jetzt schlägt die Stunde des Staates. Er verbietet, gebietet, legt still, verfügt über den Alltag von 80 Millionen Menschen. In Krefeld aber wird ein Zentrum eingerichtet mit einem Telefon. Wie viele Menschen haben mit der Angst in den Knochen, diese Mist-Krankheit zu haben und auch noch viele andere zu gefährden, vergeblich Stunde um Stunde dort angerufen und sind immer tiefer in Frust, Sorge, Wut  verfallen?

Es war nicht klug durchdacht von der Stadtspitze, den Krisenmanager zu geben und dann einen Kinderkaufladen einzurichten. Hier hätte man klotzen müssen, auch um Vertrauen zu schaffen.