Kr Wie Krefeld: Tschüss Marktwirtschaft, hallo Bürokratie

Kr Wie Krefeld: Tschüss Marktwirtschaft, hallo Bürokratie

Wagener ist raus. Die Vision eines schnellen, kostengünstigen Neuanfangs auf dem Theaterplatz hat sich erledigt. Dennoch war es gut und erhellend, wie der Krefelder Unternehmer die Debatte aufgemischt hat.

Der Rückzug des Unternehmers Gerald Wagener aus dem Rennen um die Zukunft des Theaterplatzes legt einmal mehr offen, dass bürokratische Verfahren und Marktwirtschaft unverträgliche Systeme sind.

Man muss keine Komplotttheorien pflegen und Planungsdezernent Martin Linne Intrigen unterstellen. Nein, Planungsrecht folgt einer anderen Logik als betriebswirtschaftliches Handeln. Es ist langsam, umständlich und nicht auf Schnelligkeit, sondern auf Gründlichkeit angelegt: Das Verfahren soll möglichst viele Beteiligte einbinden, Rechte und Anliegen ausgleichen und möglichst niemanden benachteiligen oder bevorteilen. Im Ergebnis ist das Ganze für ein Gemeinwesen vor allem eins: teuer. Teurer jedenfalls als privates Planen und Bauen. Das ist nicht auf individuelles Versagen zurückzuführen, sondern politisch gewollt.

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Das ist der bleibende Ertrag von Wageners Auftritt in diesem Kräftespiel: Er hat eingeschärft, dass Unternehmergeist und Kostengunst - Gewinn für den Unternehmer inbegriffen - keine Kategorien der öffentlichen Hand sind. Öffentliches Geld ist eben kein knappes Gut; es ist Steuergeld und in Hülle und Fülle da, allen Beteuerungen der Knappheit zum Trotz. Wo Unternehmer Banken und Investoren überzeugen müssen, können öffentliche Planer immer sagen: Darf's noch eine Million mehr sein? Beispiele gibt es genug.

Planungsrecht ist nun keine kommunale Angelegenheit, lamentieren hilft nix. Die Kommunen müssen es nur ausbaden. Sprich: bezahlen. vo

(RP)
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