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Trotz oder wegen der Zwangsversteigerung der Immobilie sieht die Zukunft das Café Kosmopolit gut aus.

Krefeld : Positiver Ausblick für Café Kosmopolit

Die Meldung, dass die Gebäude, zu denen auch das beliebte Café zählt, zwangsversteigert werden, sorgte für Aufregung bei den Kunden. Die Besitzer sagen aber: Uns wird es noch lange geben – und freuen sich über die Entwicklung.

Das Café Kosmopolit an der Lindenstraße gehört zu den beliebtesten Gastronomiebetrieben in Krefeld. Selbst unter der Woche ist es zumeist sehr gut besucht. Doch in den vergangenen Wochen und Monaten sorgte vor allem der Zustand der Immobilien, zu denen auch das Gebäude selbst gehört, für Schlagzeilen. „Das haben viele unserer Kunden missverstanden. Sie denken, wir wären pleite und das Café würde zwangsversteigert“, sagt Inhaberin Vera Goossens. Das könne aber nicht falscher sein. „Wir freuen uns über die aktuelle Entwicklung. Wir sind überzeugt, dass es für uns nur besser werden kann, wenn die Gerüste wegkommen und neue Immobilien gebaut werden“, fügt sie hinzu.

Das Gebäude an der Lindenstraße 7 ist seit Jahren mit einem Baugerüst verkleidet und soll nun zwangsversteigert werden. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Seit gut zehn Jahren gibt es das Kosmopolit im Hinterhof der Hausnummer sieben. Das soll auch noch lange so bleiben. „Unser aktueller Pachtvertrag läuft noch sieben Jahre. Natürlich mit festgeschriebener Pacht“, sagt Goosens. Die 66-Jährige betreibt das Café gemeinsam mit ihrem Sohn Emad, der als Geschäftsführer fungiert. Auch er sieht die aktuelle Entwicklung ausschließlich positiv. „Derzeit ist es doch so, dass vieles, was in die richtige Richtung ginge, blockiert wird. Dringende Renovierungen bei uns, wie am Dach oder der Elektrik, werden nicht, oder nur sehr schleppend vorgenommen. Der Durchgang im jetzigen Zustand ist wenig repräsentativ. Dadurch haben wir beispielsweise seit zwei Jahren praktisch keine Hochzeitsgesellschaften mehr. Das war früher üblich“, sagt er. Die aktuelle Abstützung des Durchganges hätten sie außerdem auf eigene Kosten eingerichtet und bisher nur einen Teil von der Erbengemeinschaft zurückbekommen.

Doch auch ohne diese großen Gesellschaften erfreut sich das Kosmopolit regen Zulaufs. Selbst unter der Woche kann es passieren, dass zumindest größere Gruppen keinen Tisch bekommen oder zumindest warten müssen. „Normalerweise finden wir schon einen Weg, etwas zu organisieren“, sagt Emad Goosens schmunzelnd. Von Problemen könne aber fraglos keine Rede sein. „Wenn die Gebäude im April versteigert werden, dann wird sich in jedem Fall etwas tun. Der Status Quo wird aufgebrochen, es gibt neue Gebäude, mehr Sauberkeit, mehr Sicherheit. Das ist gerade für einen Restaurantbetrieb sehr positiv. Egal, was da vorn hin kommt: Ein Nachteil kann es für uns kaum sein“, fügt der 37-Jährige hinzu.

Auch Gerüchte, wonach ein möglicher Investor bemüht sein würde, das Café zu schließen, sieht er als nicht begründet an. „Wir sind ein gut gehender gastronomischer Betrieb. Damit verdient ja auch der Investor Geld. Und selbst wenn er nicht wollte, dann haben wir einen Vertrag über besagte sieben Jahre, der auch den Zugang zum Café beinhaltet. Wir sind also sehr entspannt und sogar voller Vorfreude“, sagt der Geschäftsführer.

Überdies geht er ohnehin davon aus, dass sich kurzfristig wenig tun wird. „Zunächst wird das Gebäude versteigert. Dann müssen Konzepte ausgearbeitet werden. Es folgen Bauanträge und dergleichen. Ich würde mich sehr wundern, wenn in diesem Jahr bereits etwas passiert. Und wenn doch: Umso besser!“, sagt er. Dass das Café für den Abriss der Hausnummer sieben mit dem Durchgang zum Kosmopolit für einige Tage geschlossen bleiben muss, quittiert er mit einem Schulterzucken. „Natürlich wird es vermutlich dazu kommen. Aber das ist doch kein Beinbruch. Andere Betriebe haben jede Woche einen Ruhetag. Wir wollen mit unserem Verpächter partnerschaftlich zusammenarbeiten. Und solche Arbeiten finden meist unter der Woche statt. Es lässt sich sicher so abstimmen, dass die Wochenenden ungestört bleiben“, sagt er.

Dass das Kosmopolit noch bis 2025 bestehen wird, steht für Familie Goossens außer Zweifel. Doch auch für die Zeit danach sind sie optimistisch. „Das Geschäft läuft gut, uns geht es hervorragend. Für einen Investor gibt es doch kaum etwas besseres“, stellt der Juniorchef fest. Die Zukunft für das Café Kosmopolit stehe also keineswegs in Frage. Diese Botschaft an ihre Kunden zu senden, ist den Betreibern wichtig. „Jeder kann beruhigt auch längerfristig den Besuch bei uns planen“, sagt Sohn Emad und sieht bei den Kunden nach dem Rechten, wie er es immer tut. Vermutlich noch viele Jahre.