Krefeld: Trockenholz wird rar

Krefeld : Trockenholz wird rar

Kaminholz darf nur mit einem Feuchtigkeitsgehalt unter 20 Prozent verfeuert werden. Im Angebot ist aber fast nur noch Material mit 30 Prozent. Und das muss mindestens noch 14 Tage trocken lagern.

Wer mit Holz heizen möchte und sich nicht einen Vorrat angelegt hat, kommt in diesen frostigen Tagen in die Bredouille. Per Emmissionsschutzgesetz darf nämlich nur Trockenholz mit einem Feuchtigkeitsanteil unter 20 Prozent verfeuert werden. Derartiges Material ist in Krefeld aber so rar wie Holzhändler im Branchenbuch.

Nachfrage verdoppelt

"Trockenholz ist so gut wie ausverkauft. Wir können zur Zeit nur Material mit 30 Prozent Feuchtigkeit anbieten", sagt Holzhändler Werner Brands. Das nutzt für den Moment aber nichts, denn das muss mindestens noch 14 Tage gelagert werden, bevor es verfeuert werden darf. "Ab 25 Prozent Feuchtigkeit gibt der Schornsteinfeger normalerweise sein OK", so Brands. Bei ihm hat sich die Nachfrage seit 2006 verdoppelt — Tendenz steigend.

Dennoch liegt der Preis bei Brands für einen Raummeter Hartholz wie Buche und Eiche mit derzeit 75 Euro unter dem von vor zwei Jahren: Mit Umstellung auf den Euro war der Preis von 85 bis 100 Mark auf 65 Euro angestiegen und nahm mit dem steigenden Preisen für Öl und Gas von 2004 bis '06 bis auf 85 Euro zu. Ein Raummeter entspricht etwa der Energieleistung von 200 Litern Heizöl.

In den Betriebshöfen der Stadt, so berichtet Forstwirtschaftsmeister Reinhard Possberg, wird Trockenholz erstmals ab kommendem September angeboten. Bis dahin wurde und wird dort nur waldfrisches Holz angeboten, das auch zur Genüge vorhanden ist. Obwohl dieses Holz vor der Verfeuerung noch etwa zwei Jahre gelagert werden muss, kostet der Raummeter immerhin 70 Euro, allerdings inklusive Mehrertsteuer und Lieferung frei Haus. Vor zweieinhalb Jahren hatte der Raummeter noch 59 Euro gekostet.

Einschränkung für offene Kamine

Selbst wer zur Zeit über vorschriftsmäßig trockenes, naturbelassenes Holz verfügt, darf damit nicht ohne Einschränkung heizen: Wer es sich bei einem Feuerchen vor dem offenen Kamin gemütlich machen will, darf das mit Rücksicht auf die Nachbarn laut Bundesimmissionsschutzgesetz nämlich nur "gelegentlich" und nicht etwa "regelmäßig" tun. "Nach einem Grundsatzurteil des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz heißt das: nicht mehr als acht Tage im Monat für je fünf Stunden", erläutert Helmut Döpcke, Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt.

Diese Einschränkung gilt nicht für Kamine mit einer geschlossenen, beispielsweise eingeglasten Feuerstelle. Die dürfen aber auch nur dann dauerhaft betrieben werden, wenn die Wärme — um beim Beispiel zu bleiben — nicht unmittelbar über das Glas, sondern wie bei einer normalen Heizung per Aufwind über ein Rohr abgegeben wird (Konvektion).

In anderen "Anlagen zur Befeuerung von Häusern" dürfen auch Pellets, Rinde, Späne, sowie Sperr- und verleimtes Holz verfeuert werden, wenn es unbeschichtet ist.

(RP)
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