Trio aus Krefeld soll Geldautomaten gesprengt haben

Drei Festnahmen in Krefeld: Trio soll Geldautomaten gesprengt haben

Drei Krefelder sprengten Geldautomaten in die Luft und brachen in Kindergärten, Schulen und Gaststätten ein. Davon ist die Kriminalpolizei in Wesel überzeugt. Zwei Männer des polizeibekannten Trios sitzen in Untersuchungshaft.

Ein Richter schickte den 20-jährigen jetzt hinter Gitter. Der 28-Jährige sitzt bereits in Österreich ein.Ein roter Golf und die akribische Ermittlungsarbeit der Kripo Wesel wurde drei Krefeldern zum Verhängnis: Die polizeibekannten Männer im Alter von 20, 27 und 28 Jahren sind dringend tatverdächtig, Geldautomaten in die Luft gesprengt beziehungsweise dessen Sprengung vorbereitet zu haben. Außerdem sollen sie in mehreren Städten in Gaststätten, Schulen und Kindertageseinrichtungen eingebrochen sein.

Ein Haftrichter schickte den 20-Jährigen am Donnerstag in Untersuchungshaft in die Justizvollzugsanstalt nach Heinsberg. Der  27-Jährige wurde mit Auflagen entlassen. Das teilte eine Sprecherin der Polizei am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion mit. Der 28-Jährige sitzt bereits in Österreich in  Untersuchungshaft ein.

Bei einem groß angelegten Einsatz hatten Beamte aus Krefeld und Wesel unter Leitung der Staatsanwaltschaft Kleve am Mittwoch die Wohnungen der Tatverdächtigen in Krefeld durchsucht und dabei zahlreiche Beweise für die mutmaßliche Schuld der Männer sichergestellt. In den Wohnungen stellten die Beamten neben Betäubungsmitteln auch Tatbekleidung und Gasflaschenzubehör sicher.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war die Sprengung eines Geldautomaten am 14. Oktober 2018 in Moers. Zeugen hatten damals vermummte Personen beobachtet, die mit einem roten VW Golf und Duisburger Kennzeichen vom Tatort geflüchtet sind.

Der von den Tätern in Moers genutzte VW Golf wurde auch bei einem Einbruch in eine Schule in Tönisvorst gesehen. Der Zeuge hatte dort mehrere verdächtige Personen mit Funkgeräten beobachtet und die Polizei verständigt. Vor Ort wurde auch der 20-jährige aus Krefeld festgenommen.

Mit diesen Erkenntnissen konnte die von Kriminaldirektor Roland Wolff eingesetzte Ermittlungskommission einen Tatzusammenhang zwischen den gesprengten Geldautomaten und diversen Einbrüchen in Mülheim-Kärlich, Krefeld, Grefrath, Korschenbroich, Willich und Meerbusch herstellen. Nach derzeitigen Erkenntnissen kommen die drei Krefelder auch für weitere vollendete Sprengungen von Geldautomaten in Kevelaer und Mülheim-Kärlich in Frage.

In zwei weiteren Fällen bereiteten sie einen Geldautomaten in Tönisvorst und Pulheim soweit vor, dass eine Sprengung unmittelbar bevor stand. Hier kam es jedoch aus bisher nicht bekannten Gründen zu keiner Explosion. Bei ihrem Vorgehen brachten sie laut Polizei unbeteiligte Menschen in Gefahr und richteten erheblichen Sachschaden an. So wurde eine schwere Tresortür bei der Sprengung in Moers mehrere Meter weit entfernt aufgefunden. Vermutlich sei nur aufgrund der Nachtzeit niemand verletzt worden, erklärte die Polizei. Nur bei einer Tat in Moers sei Bargeld erbeutet worden, bei den übrigen vier missglückten Versuchen seien die drei Männer aus Krefeld leer ausgegangen.

Das Trio aus der Seidenstadt sei  bei allen Taten ähnlich vorgegangen und habe bei den Sprengungen die gleichen Werkzeuge benutzt, die sie zum Teil zurückgelassen hätten, berichtete die Polizei. „Nach intensiven Ermittlungen an den unterschiedlichen Tatorten und der zeitaufwendigen Spurenauswertung, konnte die Ermittlungskommission schließlich einen Tatzusammenhang herstellen“, sagte die Sprecherin.

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