Krefeld: Triebwerk Hornung startet geräuschvoll im Jazzkeller

Krefeld: Triebwerk Hornung startet geräuschvoll im Jazzkeller

60 Jahre wird der Krefelder Jazzkeller in diesem Jahr alt. Das sei, meinte Florian Funke, Vorstandsmitglied des Jazzclubs, eine geradezu magische Zahl. Magisch sei auch der Sound des Gast-Trios "Triebwerk Hornung".

Für den charakteristischen, abwechslungsreichen Sound ist zunächst einmal Ludwig Hornung verantwortlich, der Namensgeber des Trios. Einmal ist er als Komponist und Arrangeur der musikalische Chef des Ensembles. Und dann spielt er ein Instrument, auf dem er die Klangfarbe ständig wechseln kann. Auf seinem "Rhodes"-Keybord zieht er die unterschiedlichsten Register. Mal tritt Hornung als Solist und Impulsgeber in den Vordergrund, mal hält er sich zurück und steuert Klang und Rhythmus als Fundament fürs Ganze bei.

Das gilt natürlich auch für die beiden anderen. Meister ihres Instruments sind alle drei. Wanja Slavin ist mit erstaunlichem Tempo auf seinem Alt-Saxofon dabei, auch er kann sich aber sehr zurücknehmen und lediglich ganz dezent den Klang bereichern.

John Schröder ist am Schlagzeug naturgemäß der Hauptverantwortliche für Rhythmus und Tempo-Festlegung. Stets verändert er innerhalb des gleichmäßigen Tempos die Rhythmen, er weiß sein Spiel sehr abwechslungsreich zu gestalten.

Auf dem Programm standen ausschließlich Stücke der letzten CD. Zweifellos hat das Trio seinen ganz eigenen Stil entwickelt. Sucht man nach den historischen Wurzeln, wird man sie vor allem im Bebop finden. Mitunter kamen auch Elemente von Minimal Music ins Spiel. Dann klang es wie permanente Wiederholung, während sich doch immer etwas änderte. Im zünftigen Jazzkeller war auf jeden Fall für Groove und Stimmung gesorgt.

(gho)