Krefeld: Traarer Bürger gegen Neubaugebiet

Krefeld: Traarer Bürger gegen Neubaugebiet

Wiesenhof und Supermarkt waren im Bürgerverein äußerst umstritten.

Große Diskussionen beherrschten die Sitzung des Bürgervereins Traar am Donnerstagabend. Dabei wurden Themen wie der Bericht des Vorstandes und die Neuwahl von Walter Kienen als zweitem Vorsitzenden, Stefan Mosch als Kassenwart, Susanne Kruse als erster und Matthias Giesberts als zweitem Schriftführer(in) unter einer halben Stunde abgehandelt. Alle wurden einstimmig im Amt bestätigt.

Das Thema des Abends war aber der Beitrag des geladenen Besuchers Martin Linne. Der Beigeordnete der Stadt Krefeld und Leiter des Fachbereiches 5, der unter anderem Stadtentwicklung, Tiefbau und Bauwesen umfasst, stellte gleich drei Großprojekte vor, von denen zwei unter der Bürgerschaft stark umstritten waren: Das Neubaugebiet Wiesenhof sowie der neue Supermarkt, der am Festplatz in Traar geplant ist. Zentrales Anliegen der Bürger war insbesondere die Verkehrssituation auf der Moerser Landstraße. Hier würden beide Projekte gemeinsam für deutlich steigenden Verkehr sorgen, was durch den geplanten A-57-Ausbau nebst der sicher entstehenden Staus und dem daraus folgenden Umgehungsverkehr noch zunehmen dürfte. Entsprechend deutlich war der Widerspruch der Anwesenden gegen beide Projekte. Die Bürger sorgen sich dabei auch um eine mögliche Überfremdung des Stadtteils durch eine große Zahl Neubürger im Wiesenhof, die, nach aktuellen Planungen von 390 Wohneinheiten in der finalen Ausbaustufe zwischen 1000 und 1500 Personen betragen dürfte.

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Damit würde der Wiesenhof rund ein Fünftel der Traarer Bevölkerung ausmachen. Das sei für einen kleinen und sehr familiären Stadtteil wie Traar schlicht zu viel, so die Befürchtung der meisten Wortmeldungen. Dass all diese Menschen dann auch noch zum Einkaufen quer durch den Ort führen, sorge für weitere Belastungen. Linne hielt dagegen, Krefeld müsse wachsen, um Wohnraum bezahlbar zu halten. Hierzu müsse jeder Stadtteil seinen Beitrag leisten. "Dass einzelne Teile nur die Vorteile mitnehmen und keine Last tragen, ist Stadtentwicklung aus dem vorigen Jahrhundert. Das wird es nicht geben", stellte er klar. Auch sei die finale Ausbaustufe erst in acht bis zehn Jahren erreicht. Viel Zeit also, die Neuankömmlinge zu integrieren. Hinsichtlich des Verkehrs werde es Gutachten geben, um nach Lösungen zu suchen. Ohne Frage wird aber dieses Thema weiter Wellen schlagen und die Gemüter erhitzen.

(RP)