Krefeld: Tischlermeisterin - Nina Klebs ist die beste

Krefeld: Tischlermeisterin - Nina Klebs ist die beste

Die Krefelderin Nina Klebs absolvierte die beste Meisterprüfung im Tischler-Handwerk im Regierungsbezirk Düsseldorf. Landeswirtschaftsminister Professor Andreas Pinkwart ehrt sie für ihre in allen Prüfbereichen überdurchschnittliche Leistung am Sonntag, 22. April im Messe Congress Center in der Landeshauptstadt.

Nina Klebs, Tischlermeisterin und jahrgangsbeste Meisterabsolventin des vergangenen Jahres, trifft man nicht in einem klassischen Tischlerbetrieb an, sondern in der "Fabrik Heeder", wo sie zurzeit als Bühnentechnikerin arbeitet. Zu ihren Hauptaufgaben gehört es, in Absprache mit den Bühnenbildnern und der technischen Leitung die Bühnenbilder für die Theaterproduktionen zu bauen - einschließlich Auf- und Abbau bei den Vorstellungen. Aber auch Requisiten aus Holz oder Unterkonstruktionen müssen erstellt werden. Und da es sich um einen kleineren Bühnenbetrieb handelt, wo jeder anpacken muss, übernimmt sie auch gleichzeitig noch Aufgaben in der Beleuchtungstechnik.

Das Praktische liegt ihr - schon in der Grundschulzeit nahm sie sehr gerne an der Werk-AG teil, "wo wir uns an verschiedenen Materialien ausprobieren konnten". Nach der Schulzeit, die sie in Krefeld verbrachte und 2001 mit dem Abitur beendete, schloss sie zunächst eine Ausbildung als Gestaltungstechnische Assistentin am Berufskolleg an. Während dieser Ausbildung wurde ihr aber schon klar, dass sie gerne mehr praktisch arbeiten wollte - weniger am PC und dafür lieber mit den Händen. Damals interessierte sie sich für eine Ausbildung zur Tischlerin oder Gärtnerin, aber das Tischlerhandwerk hat dann das Rennen gemacht. So begann sie schließlich 2003 ihre Tischlerlehre. Was ihr gerade an diesem Handwerk so gefällt? "Ich fand schon immer, dass Holz ein toller Werkstoff ist, der einfach großartig aussieht und sich auch schön anfühlt." Das Gefühl habe sie zum Beispiel bei Stahl nicht, sagt die 35-Jährige. Sie möge den Geruch, wenn sie in eine Tischlerwerkstatt komme, möge es, in der Werkstatt zu sein und Dinge herzustellen. Und das liege ihr auch am meisten.

Aufgrund ihrer eigenen Erfahrung rät sie dazu, viel auszuprobieren. Gerade, wenn man nach der Schule noch nicht genau weiß, welchen Beruf man ergreifen soll. Um erst einmal zu schauen, was einem liegt: eher praktisch oder doch lieber im Büro tätig sein? Wer ein Praktikum macht: Fragen stellen und aktiv mitmachen! Für den Tischlerberuf sollte man unbedingt handwerkliches Geschick mitbringen, außerdem ein gutes Auge und Freude am Umgang mit Holz.

Bei Nina Klebs waren offenbar all diese Voraussetzungen erfüllt, denn nach der erfolgreichen Lehre stellte sie sich noch der nächsten Herausforderung Meisterfortbildung. Das war im Jahr 2014 - also lange, nachdem sie ihre Gesellenprüfung absolviert hatte. In dem Betrieb, in dem sie zu diesem Zeitpunkt arbeitete, hatte es gut gepasst, den Meister zu machen, und sie dachte, es wäre langsam an der Zeit für einen neuen Schritt...

Allerdings: Die Kurse besuchte sie an der Abendschule neben der Arbeit; heute würde sie die Meisterschule vermutlich in Vollzeit absolvieren, da sie diese Zeit doch als ziemlich anstrengend empfand. Als Meisterstück fertigte Nina Klebs einen kleinen Esstisch für vier bis acht Personen. Die Arbeitsprobe in der Meisterprüfung war ein Briefkasten. Dass sie mit ihrer Leistung so gut abschneiden würde, hätte die Tischlerin so nicht gedacht: "Gut ja, aber Jahresbeste. Damit hätte ich nicht gerechnet." Gerade in der Arbeitsprobe sei sie "einige Male ziemlich ins Schwitzen gekommen". Die langjährige Arbeitserfahrung habe ihr da sehr weitergeholfen, resümiert Klebs.

Einen eigenen Betrieb zu gründen kommt für die Jungmeisterin im Augenblick nicht in Frage. Sie halte sich persönlich auch nicht für einen guten Geschäftsmenschen: "Ich bräuchte einen Angestellten, der das für mich macht, damit ich in der Werkstatt sein kann." Auch der Kostenapparat, der meistens mit dranhängt, schrecke sie eher ab. Eine kleine eigene Werkstatt würde sie allerdings schon reizen. Nachwuchs auszubilden, könnte sie sich ebenfalls gut vorstellen: "Ich bringe gerne anderen etwas bei."

(RP)