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Theaterplatz Krefeld: Neue Kulturreihe "Distanz" startet mit Musik und Menü

Kultur in Krefeld : Musik und Menü auf dem Theaterplatz

Live, aber auf Distanz: Das ist das Konzept der neuen kleinen Veranstaltungsreihe auf und vor dem Seidenweberhaus. Die Plätze in den Pavillons sind begrenzt. Wer dabei sein will, muss schnell sein. Das Premierenwochenende ist geglückt.

Gute Musik, gutes Essen, gute Gespräche: Auf dem Theaterplatz hatten am Wochenende 200 eingeladene und noch so einige Zaungäste bei „Distanz“ eine prima Zeit. Philip Lethen, künstlerischer Leiter der „Initiative Theaterplatz“ (ITP), bespielt den Ort zwischen König-, St.-Anton-Straße und Westwall schon seit 2018. Nun hat er sich mit seinem kreativen Programm an die Corona-Bedingungen angepasst.

„Wir möchten ein Signal senden, dass etwas passiert“, sagt er und lässt gelungene Ereignisse Revue passieren. Puppen im Zirkuszelt, italienische Musik, Roof-Top-Show, Rosenmontagszug über den Theaterplatz. Die Planung bis Oktober musste angepasst werden.

Die gute Laune der Gäste konnten auch vereinzelte Regentropfen nicht verderben. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

„Es soll aber jetzt auch etwas auf dem Platz passieren“, sagt Lethen und hat für ITP „Distanz Kulturant“ entwickelt. Gäste, genau abgezählt, haben ab 18 Uhr an eingedeckten Biertischen Platz genommen. Corona-Begrenzung bildet eine Umzäunung um die Gäste, die mit Abstand eingelassen werden. Da auch die Stufen mit einbezogen sind, sitzen einige etwas erhöht, unter Pavillons,  und geben der Veranstaltung den Eindruck einer Bühne. Am Seidenweberhaus stapeln sich zwei Bühnen übereinander. Unten die kleine Gutwetter-Ebene, oben die überdachte große mit Licht und Technik.

An den Tischen sind verschieden zusammengesetzte Gruppen auszumachen: Drei Zuhörer, die gerne für sich sein wollen; Tische mit Mehr-Generationen-Familien; bestens gelaunte Freundeskreise. Allen gemeinsam die Freude daran, endlich wieder etwas unternehmen zu können. Und gewappnet haben sich auch die meisten: Als ein paar Regentropfen über den Platz wehen, spannen sie bunte Schirme auf.

Musikalischer und kulinarischer Genuss gehen Hand in Hand. Während des Essens, serviert vom Catering David Freitag, der viele Jahre bei Chopelin kochte, singen Lukas Mokros und SJ Cora. Lukas Mokros mit seiner sehr ausdrucksvollen tiefen Stimme wird begleitet von Clemens Gutjahr, Piano. Er nimmt die Zuhörer mit in die Welt von Joe Cocker, Tom Waits oder Louis Armstrong und heimst viel Applaus ein. Seine Zugabe singt er oben auf dem Balkon – kleine Regenphase. Ihm folgt Sängerin SJ Cora mit ihrer Band und einer Tänzerin, die Ausdruckstanz vollführt. Zuerst auf der Bühne: Sehr auf den eigenen Körper und den knappen Raum reduzierte Bewegungen. Dann kommt sie zum Publikum in die Ebene und hat einen weinroten Schal um ihren Kopf gewickelt. Beim Tanz durch die Reihen ist Sehnsucht zu erkennen.

SJ Cora hat eine zarte, mädchenhafte Stimme und verortet sich mit ihren Liedern im wechselnden Rhythmus im „Bohemian-Indie-Sound“. Man hört auch die Nähe zu irischem Folk: „Mein Herzschlag ist irisch, mein Kopf denkt deutsch“, sagt sie, deren Eltern aus Irland und Deutschland stammen.

Dann sind die Leckereien des Menüs abgeräumt und die 1985 gegründete Band „M. Walking on the Water“ wird von ihren vielen Fans aufs herzlichste begrüßt. Sie spielt lauter bekannte Songs, die sie dem Indie-Pop zuordnet und gibt einen Einblick in ihre neue Platte. Die Fans machen den Auftritt zum Heimspiel und tanzen  unter dem Licht der doppelköpfigen Laternen auf dem Platz. Bis kurz vor Mitternacht schweben die Töne der Kultband noch über die Straßen.

Nächste Veranstaltung: 24. und 25. Juli mit Volker Diefes und einer Krefelder Band. Catering: Kulisse. Anmeldung über facebook. Maximal 100 Gäste werden zugelassen.