1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Theater hintenlinks in Krefeld zeigt zum letzten Mal "Budenzauber"

Theater in Krefeld : Der letzte „Budenzauber“ im Theater hintenlinks

Zu den erfolgreichsten Produktionen des Hinterhoftheaters gehört das Stück „Budenzauber“, das Sozialkritik mit Musik verbindet. Jetzt läuft es aus. Ein Finale von Bedeutung. Denn inzwischen setzt das Theater andere Schwerpunkte.

Eine Currywurstbude in einer Großstadt. Dort, wo es nicht besonders schick zugeht, treffen sie sich: Menschen, die nicht mitspielen in der Riege der Erfolgreichen, die am Rande stehen, sich ausgemustert fühlen, nicht gesehen. Peter Gutowski gibt ihnen mit seinem Stück „Budenzauber“ ein Gesicht. Ein prekäres Stück nennt er es, das mit viel Musik und kritischem Blick ein gesellschaftliches Thema in den Fokus nimmt. Die Produktion ist ihm und der Schauspielerin Anuschka Gutowski ans Herz gewachsen. Deswegen hat er Abschiedsschmerz:  Am Freitag, 24. Januar, startet der Endlauf. Bis zum 2. Februar ist „Budenzauber“ noch insgesamt vier Mal zu sehen. Dann ist Schluss. Abgespielt.

Das ist Theateralltag. In diesem Fall ist es ein Einschnitt. „Budenzauber“ ist ein Relikt aus den Spielplänen des Hinterhoftheaters vor der Wende. Seit zwei Jahren konzentrieren die Gutowskis sich auf aktuelle gesellschaftliche Themen. Die Bühne in der ehemaligen Brotfabrik Im Brahm ist ein Schwerpunkttheater, das Themen in Rahmenprogramme bettet, verstärkt auch Filme zeigt, die mit Expertenrunden zu Diskussionen anregen.

Der Fokus liegt in diesem Jahr auf „Krieg, Flucht + Vertreibung“ und „Soziale Gerechtigkeit“. Dazu passt der „Budenzauber“ inhaltlich. Der Imbiss ist Anlaufort für Menschen in prekären Situationen – nicht nur finanziell sind sie gestrandet: Da ist der Nachbar im Morgenmantel, die „Latte-Macchiato-Mutter“, der Obdachlose. Als Kunstfigur ist ein Clown  das Verbindungsglied. Musik von Franz Schubert bis Herbert Grönemeyer und literarische Texte skizzieren die Charaktere. „Ein Monolog ist aus dem Buch ,Schamland’ von Professor Stefan Selke“, teilt Gutowski mit. Selke habe auch eine Aufführung besucht. Wichtig ist dem Theatermann auch: „Auch mit einem ernsten Hintergrund ist das Stück unterhaltend.“

„Budenzauber“ am 24. und 25. Januar, 19.30 Uhr; am 26. Januar und 2. Februar, 17 Uhr, im Theater hintenlinks, Ritterstraße 187. Eintritt 19 Euro (inklusive Imbiss), Kartentelefon 02151 602188.