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Theater für den Krefelder Zoo: Rüdiger Höfken gibt Kafkas "Bericht für eine Akademie"

Theater in Krefeld : Kafkas Affe „Rotpeter“ als Benefiz für das Affenhaus

Rüdiger Höfken gibt im Theater das Ein-Mann-Stück „Ein Bericht für eine Akademie“. Die Einnahmen werden für den Zoo gespendet. Am 1. März startet der Vorverkauf.

(ped) Rotpeter ist berühmt. Vor den akademischen Kreisen hält er Vorträge. Denn er hat ein brisantes Vorleben: Er war einst ein Affe. Er ist Mensch geworden, weil er sich davon Freiheit versprochen hat: Franz Kafkas  „Ein Bericht für ein Akademie“ hat vor einem Jahrhundert für Aufsehen gesorgt. Rüdiger Höfken vom „Wohnzimmertheater Podio“ spielt das Stück als Gast im Theater Krefeld. Er gibt drei Benefizvorstellungen: Der Erlös ist für den Zoo bestimmt. Der Vorverkauf startet am 1. März.

„Hohe Herren von der Akademie! Sie erweisen mir die Ehre, mich aufzufordern, der Akademie einen Bericht über mein äffisches Vorleben einzureichen.“ Der berühmte und „auf allen großen Varietébühnen der zivilisierten Welt“ erfolgreiche Affe „Rotpeter“ berichtet Mitgliedern einer nicht näher benannten Akademie von seiner „Menschwerdung“:   „Ein hohes Ziel dämmerte mir auf. Niemand versprach mir, dass, wenn ich so wie sie werden würde, das Gitter aufgezogen werde. Solche Versprechungen für scheinbar unmögliche Erfüllungen werden nicht gegeben. Löst man aber die Erfüllungen ein, erscheinen nachträglich auch die Versprechungen genau dort, wo man sie früher vergeblich gesucht hat.“

Dieser „Bericht“ ist eine Verwandlungsgeschichte, in der ein Affe zum Menschen wird, da dies der einzige Weg scheint, „Freiheit“ zu erlangen. Doch „Rotpeter“ ist sich bewusst, dass diese „menschliche Freiheit“ nur eine Illusion ist: „Nein, Freiheit wollte ich nicht. Nur einen Ausweg; rechts, links, wohin immer; ich stellte keine anderen Forderungen; sollte der Ausweg auch nur eine Täuschung sein; die Forderung war klein, die Täuschung würde nicht größer sein.“

1917 erschien Kafkas Text als Erzählung, die bis heute Vorlage für die Theaterbühne ist. In Klarheit und Direktheit wirkt Kafkas Text zeitlos. „Die präzise Sprache, die unterschwellige Ironie und Doppeldeutigkeit des Geschilderten kumulieren zu einem literarischen Meisterwerk, das einen bedeutenden Platz im Oeuvre einer der prägendsten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts einnimmt“, findet Höfken, der mit diesem Stück zu seinen Wurzeln als Theaterschauspieler zurückkehrt. Tickets kosten  20 Euro. Die Vorstellungen sind Sonntag, 5. April, Sonntag, 3. Mai, und Samstag, 9. Mai, im Theater, Lesebühne. Beginn jeweils 20 Uhr.