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Tbc bei Flüchtlingen in Krefeld: Panikmache oder berechtigter Alarm?

Krefeld : Tbc bei Flüchtlingen — Panikmache oder berechtigter Alarm?

Der Krefelder Lungenarzt Michael Schroers hat sich weit aus dem Fenster gehängt, als er behauptete, es gebe mehr an Tbc erkrankte Flüchtlinge in Krefeld als jene beiden, über die die Stadt die Öffentlichkeit informiert hat. Bislang hat er nur eines erreicht: Verunsicherung.

Es gibt keinen Beleg dafür, dass die Stadt die Flüchtlinge nicht sorgfältig untersucht; das Screening funktioniert offenbar - wobei man sehr wohl dem Land vorwerfen darf, die Flüchtlinge ohne Untersuchung einfach in die Kommunen durchzuwinken und Städten und Gemeinden die Last der Gesundheitskontrollen aufzubürden. Aber nochmal - nichts spricht dafür, dass die Kommune Krefeld dabei versagt.

Überhaupt schält sich mehr und mehr heraus, dass die Kommunen und die Mitarbeiter in den Verwaltungen die Helden in diesem deutschen Epos sind: Angela Merkel sagt "Wir schaffen das" - und schaffen müssen es die Leute in den Kommunen; NRW-Landesmutter Hannelore Kraft gibt gern die Kümmerin, rückt aber nur zögerlich Geld vom Land für die Kommunen heraus und lädt Aufgabe um Aufgabe bei ihnen ab, weil das Land sie nicht schafft - wieder sollen es die Kommunen richten. Und sie richten es auch.

Bei allem gebotenen Misstrauen in Verwaltungshandeln: Dies sind keine Zeiten, wo man als wutbewegter Bürger mal eben einen Verdacht raushaut und bei Menschen, die guten Willens sind, Panik schürt. Manchmal ist Besonnenheit die erste Bürgerpflicht. vo

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