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Krefeld: SWK verteidigen ihre Zinsswapgeschäfte

Krefeld : SWK verteidigen ihre Zinsswapgeschäfte

Aus Sicht der Krefelder Stadtwerke drohen dem Unternehmen keine finanziellen Verluste durch Zinsswapgeschäfte.

Die SWK erklärten gestern, sie seien aufgrund von handelsrechtlichen Vorgaben verpflichtet, Angaben zu so genannten derivativen Finanzinstrumenten nachrichtlich im Geschäftsbericht 2012 auszuweisen. Ein solches Instrumentarium sei im Rahmen der Finanzierung der neuen Ersatzkessellinie der Müll- und Klärschlammverbrennungsanlage genutzt worden. Es handele sich hierbei dem Grunde nach um einen Darlehensvertrag mit einem festen Zinssatz über eine 20-jährige Laufzeit.

Im Gegensatz zur klassischen Finanzierung mittels eines Darlehens, würden bei dem gewählten Instrumentarium Darlehensvertrag und Festzinsabsicherung in zwei getrennten Verträgen geregelt. Hierdurch konnten zum damaligen Zeitpunkt deutliche Zinsvorteile realisiert werden. Diese Festzinsabsicherung ermöglichte der SWK eine finanzielle Planungssicherheit über die kompletten 20 Jahre.

Dabei werde das Darlehen ganz normal getilgt und die Zinsen gezahlt. Der im Konzernanhang des Geschäftsberichts nachrichtlich anzugebende Marktwert des Zinssicherungsvertrages (SWAP) entspricht im Wesentlichen der Vorfälligkeitsentschädigung eines Kredites mit fester Laufzeit und festem Zinssatz. Dieser komme nur dann zum Tragen, wenn der Kredit vorzeitig getilgt werde. Diese Absicht bestehe nicht. Dementsprechend entstünden der SWK weder reale Verluste noch Drohverluste, die bilanziell durch Rückstellungen zu berücksichtigen wären. Dies gelte sowohl für das im Konzernanhang des Geschäftsberichts nachrichtlich genannte Geschäft mit der IKB als auch mit der Deutschen Bank.

Die SWK sei mithin keine Zinswetten eingegangen, sondern habe sich im Gegenteil durch die Zinssicherungsverträge gegen variable Zinsen abgesichert und eine Festzinsvereinbarung getroffen, erklärten die Stadtwerke gestern.

Diese Argumentation ist bekannt und wird oft vorgetragen. Schon vor Jahren erklärte zum Beispiel Manfred Abrahams, Vorsitzender des Kämmererfachverbandes, "normale" Swaps dürften nicht einfach verteufelt werden. Zwar gebe es auch hier das Risiko, Geld zu verlieren. Doch die Chance, die Zinslast zu reduzieren, sei damals angesichts stetig sinkender Zinssätze, sehr gut gewesen, so Abrahams. Georg Lampen, seinerzeit Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler NRW, warnte davor, die Risiken dieses Finanzinstruments zu unterschätzen. Das Risiko, mit diesem Geschäft Gelder zu verlieren, sei trotzdem viel zu hoch.

(sti)