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Krefeld: SWK erhöhen Strompreise

Krefeld : SWK erhöhen Strompreise

Jeder zweite Krefelder SWK-Kunde muss ab Januar mehr für den Strom bezahlen. Die Stadtwerke reichen höhere Netzentgelte zum Teil an den Endkunden weiter. SWK-Klassik-Kunden dürfen sich über konstante Preise freuen.

Die Stadtwerke Krefeld (SWK), Marktführer beim Strom in der Seidenstadt, erhöhen vom 1. Januar an die Preise im Tarif SWK Direkt und in der Grundversorgung. Davon sind rund 15 000 Kunden im Direkt-Tarif und weitere 42 000 Kunden in der Grundversorgung betroffen. Freuen können sich allerdings die rund 55 000 Krefelder, die den Tarif SWK-Klassik haben.

"Im Klassik-Tarif halten wir die Strompreise konstant und verlängern unsere Preisgarantie bis 31.12.2012", kündigte SWK-Vorstand Carsten Liedtke gestern an. Auch für die gut 400 Geschäftskunden im Profi-Tarif gelten nach dem Jahreswechsel die bisherigen Preise weiter.

Preissteigerung: bis 6,9 Prozent

Hintergrund der Preiserhöhung: Zum 1. Januar steigen gleich zwei Bestandteile der Stromkosten, auf die die Stromanbieter keinen Einfluss haben. Die Netznutzungsentgelte werden im Bereich Krefeld um rund 15 Prozent erhöht. Ihr Anteil am Kilotwattpreis macht laut SWK knapp ein Viertel aus. "Die Höhe der Entgelte ergibt sich aus den Vorgaben der Politik und der Regulierungsbehörde", betonte Liedtke. Zum anderen steigt die Umlage zum "Erneuerbare-Energien-Gesetz" um 2,1 Prozent an.

So wirkt sich die Preiserhöhung für die SWK-Kunden konkret aus: Der Arbeitspreis in der Grundversorgung liegt zum 1. Januar 2012 bei 25,33 Cent pro Kilowattstunde (+0,89 Cent). Kunden, die sich im Online-Produkt SWK-Direktstrom befinden, zahlen künftig 22,58 Cent pro Kilowattstunde (+1,64 Cent). Bei einem Stromverbrauch von 3000 Kilowattstunden pro Jahr entspricht die angekündigte Erhöhung einer Preissteigerung von rund 6,9 Prozent. Zuletzt hatten die SWK den Direkt-Tarif vor zwei Jahren angehoben.

"Die Preiserhöhung trifft alle Stromkunden, auch die, die bei einem Wettbewerber in der Versorgung sind", betonte Liedtke. "Gut möglich, dass manche Mitbewerber aber die Preiserhöhung um zwei, drei Monate hinausschieben, um Kunden abzufischen."

Längerfristig sieht Liedtke kein Wachstumspotenzial im Krefelder Strommarkt. "Wir arbeiten daran, in anderen Bereichen zu wachsen." Zum einen im Strommarkt außerhalb Krefelds. Dort haben die SWK bereits 60 000 Kunden gewinnen können, außerdem eine Beteiligung an Lekker Strom. Zum anderen wollen die SWK stärker als bisher selbst zum Stromanbieter werden, unter anderem durch die geplante Beteiligung am Gas-Kraftwerk im Uerdinger Chempark.

(RP/rl)