Krefeld: Sturmnacht: Radfahrer (28) in Hüls durch fallenden Baum getötet

Krefeld: Sturmnacht: Radfahrer (28) in Hüls durch fallenden Baum getötet

In Hüls wurde am Pfingstmontag ein 28-jähriger Krefelder getötet. Der Sturm hat in Krefeld viele Bäume zum Fallen gebracht. 150 Feuerwehrkräfte waren bis in den Dienstag hinein im Einsatz.

Der gewaltige Sturm vom Montagabend mit Böen von bis zu 150 Kilometern pro Stunde hat auch in Krefeld ein Todesopfer gefordert. Ein 28-jähriger Krefelder ist im Hülser Bruch auf der Straße Steeger Dyk durch einen herabstürzenden Baum zu Tode gekommen. Laut Polizeibericht war er gegen 21.40 Uhr auf dem Radweg der Straße unterwegs. Aufgrund des Unwetters sei in zwei Metern Höhe ein Baum mit einer Dicke von 70 Zentimetern umgeknickt: dieser habe neben dem Radfahrer auch eine Stromleitung erfasst.

A 57, Höhe Geismühle: Ein umgestürzter Baum wurde zum Risiko für die Autofahrer. Foto: Lothar Strücken

Der Radfahrer ist nach Vermutung der Feuerwehr an einem Stromschlag gestorben. Zunächst versuchten ihn für 15 Minuten Mitarbeiter der Feuerwehr zu reanimieren. Auch ein Arzt war zufällig vor Ort. Wie Feuerwehrsprecher Kai Günther gestern berichtete, konnte der Notarzt den Unfallort wegen herumliegender Äste nicht auf direktem Wege anfahren, musste einen Umweg nehmen. Wiederbelebungsmaßnahmen scheiterten.

Schönwasserstraße: Ein Baum landet auf einem weißen Audi. Foto: Lothar Strücken

Bei dem Einsatz wurde nach Angaben der Feuerwehr auch ein Feuerwehrmann verletzt. Die Familie des Radfahrers konnte verständigt werden. Warum der Radfahrer bei den Wetterbedingungen unterwegs war, ist bislang noch unklar. "Er fuhr in Fahrtrichtung Hüls, wir wissen noch nicht, was er dort wollte", teilte Polizeisprecher Wolfgang Weidner mit.

Breuershofstraße: Die Feuerwehr hat in der Sturmnacht einen Baum zersägt, der über die Straße fiel. Foto: sep

Auch für Dienstag gab es wieder eine Unwetterwarnung - es verlief in Krefeld glimpflicher. Für Mittwochmorgen wird ebenfalls vor Unwettern gewarnt.

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Bis in den Dienstagnachmittag hinein waren Polizei und Feuerwehr unterwegs, um die Schäden des Sturms vom Montag zu beheben. Die Feuerwehr fuhr bis zum Nachmittag zu insgesamt 110 Einsätzen heraus - 150 Kräfte der Berufsfeuerwehr und aller freiwilligen Feuerwehren Krefelds waren seit Montag, 21 Uhr, im Einsatz.

Im Oppumer Bahnbetriebswerk landete ein Zug der Bahn - wegen Störungen auf der Strecke musste der Zug mit Ziel Ruhrgebiet in Krefeld halten, stundenlang warteten die 150 Fahrgäste. Die Krefelder Feuerwehr versorgte die Fahrgäste, die SWK sowie Taxen halfen bei der Beförderung aus.

Oberleitungsschaden an der U75 in Düsseldorf

An der Straße An de Welt in Fischeln kam es zu einem Dachstuhlbrand - ein Blitz schlug in ein Reihenhaus ein und setzte ein Dach in Brand. Vier Personen, darunter zwei Kinder, erlitten eine Rauchgasvergiftung. Sie wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, der Malteser-Hilfsdienst unterstützte die Feuerwehr beim Einsatz. Von dort fuhr die Fischelner Feuerwehr direkt weiter zur Breuershofstraße, Ecke Kimplerstraße. Dort fiel ein 20 Meter hoher Baum auf die Straße und versperrte die Einfahrtmöglichkeit in das Gewerbegebiet Breuershofweg. Noch in der Nacht teilte die Feuerwehr mit einer Motorsäge den auf der Straße liegenden Baum so, dass Autofahrer die Straße wieder passieren konnten. An der Schönwasserstraße wurde ein Pkw Audi unter einem herabstürzenden Baum begraben. Auch auf den Seitenstreifen der A 57 stürzte ein Baum. Bis Dienstagnachmittag gab es laut Feuerwehr immer wieder kleine Schadensmeldungen.

Zu Störungen kam es auch im Bahnnetz. Als Ersatz für die K-Bahn fuhren Busse. Die Nordwestbahn meldete Einschränkungen auf der Niederrhein-Strecke Kleve - Düsseldorf. Züge von Krefeld aus wurden über Neuss umgeleitet, weil Düsseldorf nicht angefahren werden konnte. Die Nordwestbahn hatte einen Busnotverkehr zwischen Neuss und Düsseldorf eingerichtet. Zuvor konnten die Züge nur zwischen Kleve und Krefeld verkehren.

(RP)