Studie: Sanierung des Grotenburg-Stadions in Krefeld lohnt noch

Marodes Stadion: Studie: Sanierung der Grotenburg lohnt

Der Schlussbericht fehlt noch. Ein Entwurf der Studie der Frankfurter Architektur- und Stadienexperten Albert Speer und Partner über die Sanierungsfähigkeit der Grotenburg liegt der Stadt jedoch vor. Das bestätigte Stadtsprecher Timo Bauermeister am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion. Tenor: Die Herrichtung für die Dritte und sogar die Zweite Fußball-Bundesliga lohnt sich noch.

Die Stadt Krefeld hat eines der renommiertesten Architekturbüros mit einer Machbarkeitsstudie für die Sanierung der maroden Grotenburg beauftragt (wir berichteten). Der Abschlussbericht der Studie liegt noch nicht vor. Allerdings hat die Stadtverwaltung bereits einen Entwurf der Prüfung mitsamt den Ergebnissen auf dem Tisch liegen. Das bestätigte gestern Stadtsprecher Timo Bauermeister auf Anfrage unserer Redaktion. „Der Sachstand ist wie folgt: Die Machbarkeitsstudie für die Grotenburg liegt im Entwurf vor. Die Stadtverwaltung wird den Entwurf jetzt auswerten. Die Ergebnisse werden anschließend Politik und Öffentlichkeit vorgestellt“, informierte er.

Zu den Inhalten gab  er keine Auskunft. Nach Informationen des westdeutschen Rundfunks dürfen sich die Krefelder Fans des Fußballklubs KFC Uerdingen freuen. Eine Herrichtung der traditionsreichen Fußballarena für die Dritte und sogar die Zweite Fußballliga sei demnach möglich und sinnvoll.

Das Grotenburg-Stadion hat seine besten Zeiten hinter sich. Das ist auf den ersten Blick zu erkennen. Der KFC Uerdingen muss seine Heimspiele in Duisburg austragen. Damit das nicht so bleibt, hatte die Stadtverwaltung das Büro Albert Speer und Partner aus Frankfurt mit der Studie beauftragt. Die Experten vom Main seien laut Krefelder Planungsdezernenten Martin Linne die Stadionexperten schlechthin und verfügten über beste Beziehungen zum Deutschen-Fußball-Bund (DFB) sowie zur Deutschen Fußball-Liga (DFL).

Ein kleiner Blick in die Referenzliste unterstreicht deren Kompetenz. So hätten Speer und Partner die Bewerbungen von Südafrika und Katar für die Fußball-Weltmeisterschaften 2010 und 2022 erfolgreich vorbereitet und Konzepte von mehr als 700 Seiten Umfang erarbeitet. Beim Stadionneubau des Bundesligisten Hertha BSC Berlin sei Speer und Partner ebenso eingebunden wie bei der Planung der DFB-Akademie in Frankfurt auf der Rennbahn in Niederrad.

Die Probleme der Grotenburg liegen auf der Hand. Die Nachbarschaft zum Zoo müsse für beide Seiten ebenso zuverlässig geregelt werden, wie die Parkmöglichkeiten zur Zufriedenheit der in Bockum wohnenden Menschen. „Zoo, Parken, Stadion, das sind die Felder, die Speer und Partner beackern sollen“, sagte der Krefelder Bau- und Planungsdezernent Linne.

  • Machbarkeiststudie : Speer & Partner prüfen die Grotenburg

Die Studie solle Aufschlüsse bringen, in welcher Reihenfolge Sanierungsarbeiten sinnvoll seien, sie solle die Statik bewerten und den Weg aufzeigen, wie die Grotenburg auf Sicht für die zweite Fußball-Bundesliga tauglich hergerichtet werden könne.

Mit den Arbeiten, um das Stadion für die dritte Fußball-Profiliga tauglich zu machen, ist bereits begonnen worden. „Hinsichtlich Trinkwasserhygiene und Austausch elektrischer Leitungen laufen die Arbeiten schon“, sagte der Beigeordnete. Aktuell würden in einem ersten Schritt Arbeiten ausgeführt und vorbereitet, mit denen die Betriebssicherheit in dem 1927 erbauten und ab 1975 runderneuerten Stadion wieder hergestellt werden soll. Dazu gehören die Überprüfung und der Umbau der Trinkwasseranlage, die Beseitigung von Stolperfallen, die Sanierung der Abwassersysteme sowie die Überprüfung der Öltanks und der Blitzschutzanlagen. Ein Brandschutz- und Sicherheitskonzept wird kurzfristig beauftragt, ebenso die Überprüfung der elektrischen Anlagen.

 Die Machbarkeitsstudie von Albert Speer und Partner soll den möglichen Aufstieg des KFC Uerdingen in die zweite Liga mit berücksichtigen. Die potenzielle Tauglichkeit für die höhere Spielklasse soll schon vorab bei allen Planungen und Umbaumaßnahmen eine entscheidende Rolle spielen. Im Zentralen Gebäudemanagement der Stadt Krefeld kümmert sich ein neu gegründetes Projektteam um alle Fragen der Stadionsanierung.

Laut WDR wollen sich Vertreter der Stadtverwaltung und des KFC Uerdingen als Hauptnutzer der Grotenburg in der kommenden Woche zusammensetzen, um über die Details und die Finanzierung der Sanierung zu beraten. Unter Umständen könne der KFC bereits in der nächsten Spielzeit wieder im eigenen Stadion statt im Duisburger Ausweichquartier spielen. Ein sportlicher Aufstieg in die Zweite Fußball-Bundesliga könnte diesen Zeitplan allerdings kippen — die Sanierungsansprüche für die höhere Spielklasse sind deutlich höher als für die Dritte Liga. Fehlende Rasenheizung und die nicht vorhandene Trennung der Fan-Blöcke müssten behoben werden

Mehr von RP ONLINE