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Krefeld: Streit um Kostensteigerung bei Sanierung des Museums

Krefeld : Streit um Kostensteigerung bei Sanierung des Museums

Inzwischen geht die Stadt von mindestens 17,7 Millionen Sanierungskosten für das neue Kaiser-Wilhelm-Museum aus. FDP und SPD fordern Konsequenzen.

Die Sanierung des Kaiser-Wilhelm-Museums wird mit inzwischen kalkulierten 17,7 Millionen Euro mindestens dreimal so teuer wie noch vor zehn Jahren dem Kulturausschuss vorgerechnet. Dies geht aus einer Vorlage hervor, die die Stadt für den heute tagenden Bauausschuss (17 Uhr, Rathaus, Saal C 2) vorgelegt hat. Etwaige Regressforderungen wegen Verzögerungen beim Bau seien in dieser Rechnung noch nicht berücksichtigt, teilt die Stadt mit. Weil eine Firma falsche Fenster eingebaut hatte, war es zu zeitlichen Verzögerungen gekommen. Der Prozess gegen die Fensterfirma soll am Mittwoch enden - der Streitwert liegt bei 284 000 Euro.

Die Museumssanierung ist seit Jahren eines der politischen Streitthemen der Stadt: Seit 2010 schon ist das Kaiser-Wilhelm-Museum am künftigen Josef-Beuys-Platz geschlossen. Erst 2012 wurde mit der Sanierung begonnen. Eigentlich sollte das Haus im März 2014 fertig werden, jetzt steht die Eröffnung im Sommer/Herbst 2015 im Raum.

Die SPD übte gestern scharfe Kritik an der Stadtverwaltung. Für den baupolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Björn Rüsing, muss die Frage der Verantwortung auf den Tisch: "Verantwortliche hat es in der Vergangenheit viele gegeben, doch nur Oberbürgermeister Kathstede hat den Prozess von Anfang an begleitet. Natürlich kann der Oberbürgermeister nicht über jedes Detail informiert sein, aber es gibt eine Organisationsverantwortung des Verwaltungschefs." Dieser Verantwortung sei Kathstede nicht gerecht geworden. "Es hätte sehr viel früher die Reißleine gezogen werden müssen. Was wir hier erleben, ist ein Schrecken ohne Ende", sagt Björn Rüsing. Die FDP forderte die Stadtverwaltung unterdessen auf, aus der Entwicklung der Museumssanierung Konsequenzen für das Stadthaus und das Seidenweberhaus zu ziehen - dort müsse ein Generalunternehmer mit Festpreis mit dem Umbau beauftragt werden oder ein Dritter müsse auf Basis einer "Public-Private-Partnership" bauen. FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann: "Die Verdreifachung der veranschlagten Kosten lässt sich nicht allein mit den Tücken eines Altbaus und unzuverlässigen Handwerkern begründen."

Die Politik sei über die wahren Kosten "getäuscht" worden, sagt Heitmann: "Als die Kosten sich verdoppelten und auf über zwölf Millionen Euro anwuchsen, hat man uns erklärt, dafür ein Museum zu erhalten, das allen Ansprüchen genüge." In den nächsten Jahren habe die Verwaltung "im Wege der Salamitaktik" den Rat "in kleinen Portiönchen" über die weiteren Kostensteigerungen in Kenntnis gesetzt.

(RP)