Krefeld: Streit um Hundekot-Stationen

Krefeld: Streit um Hundekot-Stationen

Hundehalter und Verwaltung streiten sich: Helfen die kürzlich installierten Hundekot-Stationen, Wiesen frei von Kot zu halten? Nein, sagt die Verwaltung. Die Hundelobby ist empört und erhebt nun Vorwürfe gegen die Stadt.

Wenn Hunde ihr "Geschäft" auf öffentlichen Wiesen und Plätzen machen, sind Frauchen und Herrchen gehalten, die Hinterlassenschaften zu entfernen. Sechs Hundekot-Stationen hat die Verwaltung dafür aufstellen lassen. Die ernüchternde städtische Bilanz nach einem Jahr: Heute liegt mehr Hundekot auf den Wiesen als noch vor der Aufstellung der Stationen.

Im März 2009 hatte die Politik die Verwaltung mit der Aufstellung der Hundekot-Stationen beauftragt. Seitdem stehen zwei der silbernen Stationen mit Plastikbeuteln für die Hinterlassenschaften auf dem Westwall, zwei auf dem Deutschen Ring, und zwei an der Buschstraße in Bockum. Jedoch: "Im direkten Umfeld der Hundekot-Stationen wurden mehr Hinterlassenschaften als zuvor gefunden", so die Stadtverwaltung in einer Bilanz.

"Der Vorwurf trifft nicht zu"

Die Hundebesitzer sind empört. "Der Vorwurf der Verwaltung trifft absolut nicht zu", sagt Hans-Jörg Maintz, Sprecher der Krefelder Hundelobby. Im Gegenteil: Die Hundekot-Stationen hätten erheblich geholfen, die Zahl der Hundehaufen zu reduzieren. "Ich bin alle Hundekot-Stationen abgefahren. Sie werden erfolgreich genutzt", sagt Maintz.

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Der Hundehalter wirft der Verwaltung vor, mit ihrer wenig positiven Bilanz die Aufstellung weiterer Hundekot-Stationen verhindern zu wollen. Stattdessen bräuchte die Stadt nach Ansicht der Hundelobby ein Netzwerk von Auslaufstellen für Hunde und Entsorgungsmöglichkeiten für den Kot. "An allen Auslaufmöglichkeiten bräuchten wir auch solche Stationen." Dringenden Bedarf für weitere Hundekot-Stationen sehen die Hundehalter vor allem am Südwall. "Dort ist die Situation besonders schlimm", sagt Maintz.

25 Euro Strafe für Ersttäter

Das Problem, dass die Stadt zunehmend als Hundeklo missbraucht wird, beschäftigt die Krefelder Politiker schon seit Jahren. Der Beschluss des Verwaltungsausschusses im vergangenen Jahr sah auch vor, verstärkt Bußgelder zu verhängen, wenn Hundebesitzer den Kot ihres Hundes liegen lassen. Hundehalter, die das erste Mal ertappt werden, zahlen momentan in Krefeld 25 Euro. Für "Wiederholungstäter" werden bis zu 100 Euro Bußgeld fällig.

Aufgrund der schlechten Erfahrungen will die Stadt vorerst keine weiteren Hundekot-Stationen errichten. Weiterhin jedoch werden Mülleimer sukzessive gegen Behälter mit Deckel ausgetauscht. Dies soll verhindern, dass Krähen die Hundekot-Beutel herauspicken.

(RP)