Steinmeiers Ehefrau kommt mit nach Krefeld

Bundespräsident zu Gast : Steinmeiers Ehefrau kommt mit nach Krefeld

Bundespräsident Steinmeier besucht Krefeld in Begleitung seiner Frau Elke Büdenbender. Zu den protokollarischen Fragen gehört ein Krefelder Sonderproblem: Dürfen Genossen den SPD-Mann, der bei ihnen 2012 zu Gast war, duzen?

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird Krefeld in Begleitung seiner Frau Elke Büdenbender besuchen. Dies teilte das Bundespräsidialamt auf Anfrage unserer Redaktion mit. Damit bekommt der Besuch Steinmeiers auch eine persönlich-familiäre Note.  Das Paar hatte im Jahr 2010 mit einer anrührenden Geschichte bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt: Steinmeier, damals Chef der SPD-Bundestagsfraktion hatte seiner Frau eine Niere gespendet und sich dazu für einige Wochen aus dem Berliner Politikbetrieb zurückgezogen. Büdenbender begleitet ihren Mann häufig auf seinen Reisen. Sie gilt als beherzt und im zwischenmenschlichen Umgang als unkompliziert und herzlich; man sagt ihr ein ansteckendes Lachen nach.   Offiziell wird das Paar als „der Präsident der Bundesrepublik Deutschland und Frau Elke Büdenbender“ geführt. Beide sind seit seit gut 30 Jahren verheiratet.  „Das ist sehr schön“, sagt der Krefelder FDP-Bundestagsabgeordnete Otto Fricke zu der Nachricht, dass sie mitkommt.

Fricke hat über seine Arbeit in der sogenannten Berichterstatterrunde in Berlin regelmäßig Kontakt zu Steinmeier. Diese Runde, die sich einmal im Jahr im Schloss Bellevue trifft, verhandelt den Etat des Bundespräsidenten. Unter anderem nehmen sechs Abgeordnete aus jeder Fraktion teil, darunter die beiden Krefelder Haushaltspolitiker  Fricke  und Kerstin Radomski. Fricke beschreibt Büdenbender als offen und unkompliziert. „Sie lässt menschliche Nähe zu, wie übrigens der Bundespräsident auch, und sie ist neugierig; sie interessiert sich wirklich für die Orte und die Menschen, denen sie begegnet.“

Büdenbender nutzt ihre Stellung als First Lady auch für Interviews und Stellungnahmen. So hat sie sich gegenüber der norddeutschen Zeitung dafür ausgesprochen, dass es Semestertickets auch für Auszubildende geben solle, oder sie hat  anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Frauenwahlrecht“ dem „Tagesspiegel“ gesagt: „Gleichberechtigung haben wir erreicht. Gleiche Teilhabe, echte Parität noch lange nicht.“ Fricke betont aber, dass Büdenbender nicht parteipolitisch agiert; sie wahre die Balance aus Einmischung und Überparteilichkeit.

Büdenbender, Jahrgang 1962, lernte ihren Mann im Jura-Studium kennen. Ihr Vater war Tischler, ihre Mutter Hauswirtschaftslehrerin; sie hat zunächst eine Lehre als Industriekauffrau gemacht, dann ihr Abitur nachgeholt und studiert. Zuletzt arbeitete sie als Richterin am Veraltungsgericht Berlin. Sie ist bis zum Ende der ersten Amtszeit ihres im Jahr 2022 beurlaubt. Steinmeier war 2017 zum Bundespräsidenten gewählt worden; eine Amtszeit dauert fünf Jahre.

Die Anrede des Bundespräsidenten ist ein kleines Sonderproblem in Krefeld. Steinmeier hat bekanntlich 2012  damals noch als SPD-Fraktionschef im Bundestag – die Krefelder SPD besucht und einen heiteren Tag mit den Sozialdemokraten verbracht – unter anderem mit einem Besuch eines Eishockeyspiels im Köpa und einem Abendessen im Nordbahnhof, wo Inhaber Viktor Furth ihm zur Erinnerung Spekulatius in Schluff-Form geschenkt hat. Damals galt das unter den Genossen übliche Du. Darf man dieses Du nun fortsetzen, wenn der SPD-Politiker als Bundespräsident nach Krefeld kommt? Aus dem Rathaus verlautet soviel: Zu erwarten sei, dass man sich im offiziellen Teil an die protokollarisch vorgesehen Anrede „Herr Bundespräsident“  halte.

Protokollarisch geregelt ist nach Auskunft des Bundespräsidialamtes auch die Art des Eintrags in Goldene Buch der Stadt. Steinmeier wird demnach keinen Satz, keinen Gruß, kein persönliches Wort über Krefeld ins Goldene Buch eintragen, sondern schlicht neben das Datum seines Besuches seine Unterschrift setzen.

Die Anreise des Bundespräsidenten erfolgt per Flugzeug über den Flughafen Düsseldorf; die Weiterreise nach Krefeld wird wohl in einem Wagen der Fahrbereitschaft der Villa Hammerschmidt in Bonn erfolgen, erläutert ein Sprecher des Bundespräsidialamtes. Die Bonner Villa ist seit 1950 ein Amts- und Wohnsitz   des Bundespräsidenten.

Für die Sicherheit beim Besuch in Krefeld ist das Bundeskriminalamt in enger Zusammenarbeit mit der Krefelder Polizei zuständig. „Wir planen das gerade generalstabmäßig“, erklärte eine Polizeisprecherin; jede Station, wo der Präsident Halt macht, werde durchsucht und gesichert; jede Maßnahme werde mit dem BKA und dem Bundespräsidialamt abgestimmt.

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