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Stahlkonzern Outokumpu in Krefeld verlegt Arbeitsplätze nach Litauen

Stellenabbau in Krefeld : Outokumpu verlegt Arbeitsplätze nach Litauen

Der finnische Stahlkonzern Outokumpu will bis Ende des Jahres 2021 exakt 252 Stellen in Krefeld abbauen. Zwölf werden neu geschaffen, so dass unter dem Strich ein Verlust von 240 Arbeitsplätzen in Produktion und Verwaltung steht.

Darauf einigten sich Vertreter der Belegschaft mit dem Arbeitgeber in einer Interessenvereinbarung sowie dem Sozialplan 2019. Beides liegt unserer Redaktion vor.

Aus den Bereichen Finanzen, Verkauf, Personal und Strategie (Supply Chain Management) sollen bestimmte Aufgaben ins baltische Litauen verlagert werden. Dort sitzt in der Hauptstadt Vilnius der Unternehmensdienstleister GBS (Global Business Service). Dessen Selbstdarstellung im Internet lautet wiefolgt: „Nach einem dramatischen Wachstum in den letzten sechs Jahren ist der litauische Unternehmensdienstleistungssektor heute Sitz einer Reihe bekannter internationaler Unternehmen. Ihre Zentren bieten Kunden auf der ganzen Welt eine breite Palette komplexer Dienstleistungen in über 30 verschiedenen Sprachen. Mit einer jungen Bevölkerung und einer sehr hohen Zahl von Hochschulabsolventen bleibt Litauen einer der am wenigsten gesättigten Standorte für Unternehmensdienstleistungen in der Region. Mit einem durch hervorragende Konnektivität, gegenseitige Unterstützung und enge Zusammenarbeit mit akademischen Einrichtungen geschaffenen Netzwerk von Stadt zu Stadt kann Litauen Investoren eine echte Drehscheibe für Unternehmensdienstleistungen bieten.“

Laut Maßnahmenübersicht gehen in Krefeld 32 Verwaltungsstellen verloren, 220 in der Produktion. In Deutschland will der Konzern 374 Arbeitsplätze abbauen und damit 26 Millionen Euro jährlich einsparen. Bis Ende 2020 gibt es keine betriebsbedingten Kündigungen. Das ist im Tarifvertrag so bestimmt.

Zu den einzelnen Vorhaben, in Zukunft kostengünstiger zu produzieren, gehören unter anderem die Anpassung der Schichtarbeit, flexiblere Arbeitszeiten, Reduzierung der Arbeitszeit, Wegfall von Sonderzulagen, Wegfall der Verpflichtung zur Übernahme der Auszubildenden und einiges mehr. Der Standort Wilnsdorf soll schrittweise geschlossen werden. Verhandlungen mit dem Ziel, Arbeitnehmer zur Kündigung zu bewegen, sollen im Januar des kommenden Jahres beginnen.

Für Beschäftigte, die sich innerhalb von vier Wochen entscheiden, ihren Arbeitsplatz aufzugeben, zahlt Outokumpu 10.000 Euro so genannte Turboprämie. Wer länger zögert, verliert Geld. Wer zwölf Wochen Bedenkzeit in Anspruch nimmt, bekommt nur noch 2500 Euro.