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Stahlbaubetrieb Siebert & Möller aus Krefeld stellt Insolvenzantrag

Wirtschaft : Siebert & Möller stellen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens

Der Geschäftsbetrieb im Rheinhafen läuft vollumfänglich weiter. Der Insolvenzverwalter Peter Houben sieht gute Chancen für eine Restrukturierung des Unternehmens.

Ziel verfehlt: Vor vier Jahren eröffnete die Siebert & Möller GmbH & Co KG mit Sitz im Rheinhafen ihre neue, vier Millionen Euro teure Halle. Geschäftsführer Christian Siebert kündigte an, den Durchlauf schrittweise von 4500 auf 8000 Tonnen pro Jahr zu erhöhen und den Umsatz von 15 Millionen Euro entsprechend zu steigern. Nun hat die Geschäftsführung beim Amtsgericht Krefeld Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Offenbar hat sich das Krefelder Unternehmen mit seiner Absicht, in neue Märkte vorzudringen, verhoben. Grund für das eingeleitete Verfahren sei eine notwendig gewordene Restrukturierung, um den Betrieb zukunftsfähig aufzustellen. Das Insolvenzverfahren biete die nötige Planungssicherheit und berücksichtige zugleich die Interessen der beteiligten Gläubiger. So könnten weitere Maßnahmen genutzt werden, die die Ertrags- und Liquiditätslage deutlich verbesserten, erklärte der zum vorläufigen Insolvenzverwalter berufene Rechtsanwalt Peter Houben, Partner der auf die Restrukturierung von Unternehmen spezialisierten Kanzlei Voigt Salus.

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Rechtsanwalt Thomas Ellrich unterstützt als weiterer Partner der Kanzlei den operativen Geschäftsbetrieb. Hauptansatzpunkt der nun in dem Verfahren begonnenen Restrukturierung werde eine „Konzentration der künftigen Tätigkeit auf profitable und kostendeckende Aufträge“ sein, die nur mit Hilfe der Rahmenbedingungen des Insolvenzverfahrens umgesetzt werden könnten, berichtete Ellrich.

Der breiten Öffentlichkeit sind eher die bislang realisierten Projekte als das im Rheinhafen ansässige Unternehmen bekannt. Der größte Auftrag der Firmengeschichte war die Herstellung und Montage der Stahlkonstruktion für den Borussia Park in Mönchengladbach. Die Skihalle in Neuss, der KönigPalast und die Spitze der Dionysiuskirche in Krefeld oder aber die Erneuerung des 83 Meter hohen Turms der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen mit der 23 Tonnen schweren und 13 Meter hohen Herkules-Skulptur des Künstlers Markus Lüpertz auf dem Dach sind weitere prominente Beispiel für die Geschäfte der Firma.

Siebert & Möller ist ein traditionsreiches, 1920 gegründetes Krefelder Familienunternehmen, das in der Baubranche im Geschäftsfeld Stahlbau tätig ist. Die Firma befasst sich mit der Planung, Herstellung und Montage von Stahlkonstruktionen, wie Kranbahnen, Rohrbrücken, Vollwand- und Gitterkonstruktionen für die Schwerindustrie, Kraftwerke, Umspannanlagen, Chemieanlagen sowie Sonderanlagen aller Art.

Schwerpunkte des Fertigungsprogramms im schlüsselfertigen Industrie- und Gewerbebau sind zum Beispiel Sport-, Fabrikations- und Lagerhallen sowie Bauten von Schulen, Verwaltungsgebäuden, Auto- und Parkhäusern. Ein weiteres Tätigkeitsfeld der Firma ist die Zulieferung von Blech- und Maschinenbauteilen mit hohem Anteil mechanischer Bearbeitung, wie Antriebsrahmen, Maschinengestelle, Öl- und Filterbehälter oder komplette Bühnen- und Maschinenbaugruppen einschließlich Montage und Funktionsprüfung.

Der Geschäftsbetrieb bei Siebert & Möller laufe seit der Insolvenzantragstellung vollumfänglich mit seinen aktuell 67 motivierten Mitarbeitern weiter. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten seien über das Insolvenzgeld gesichert, betonte Ellrich.

„Ich freue mich darauf, mit den Beteiligten und dem Gericht konstruktiv zusammenarbeiten zu können, um den Betrieb und die Arbeitsplätze zu erhalten. Die Firma Siebert & Möller hat eine gute Chance, sich nachhaltig mit dem Insolvenzverfahren zukunftsfähig aufzustellen und sowohl den Interessen der Gläubiger als auch den der Arbeitnehmer und des Unternehmens insgesamt bestmöglich gerecht zu werden“, so der vorläufige Verwalter Peter Houben in seiner ersten Einschätzung.