Stadtwaldhaus in Krefeld: CDU gegen Schließung während Sanierung

Kritik am Büro von OB Meyer : CDU gegen Schließung des Stadtwaldhauses

Das Traditionshaus mit seinem bundesweit bekannten Biergarten soll auch während der Sanierung geöffnet bleiben.

Die CDU fordert, dass das Stadtwaldhaus während der geplanten Sanierung ab Ende 2020 geöffnet bleibt und nicht komplett geschlossen wird. Massive Vorwürfe erheben die Christdemokraten in Richtung des Büros von Oberbürgermeister Frank Meyer. „Es gibt genügend Kreativität und Ideen des Pächters, den Betrieb während der Sanierung aufrechtzuerhalten. Es ist unwahr und ein starkes Stück, wenn die Stadtverwaltung – immerhin in Person des Leiters des OB-Büros, Herrn Plaßmann – verkündet, die Komplettschließung sei im besten Einvernehmen mit dem Pächter des über die Stadtgrenzen beliebten Ausflugsziels erfolgt. So geht das nicht! Und so geht man nicht mit einem Krefelder Juwel um“, so Ratsherr Michael Zecha, Mitglied des Finanz- und Liegenschaftsausschusses.

Laut Verwaltung ist der Beginn der grundlegenden Sanierung der Veranstaltungsstätte mit ihrem bundesweit bekannten Biergarten für November 2020 geplant. Der bestehende Pachtvertrag war bis zum 31. Oktober 2020 verlängert worden. Die Stadt als Eigentümerin und der Pächter Helmut Lang hätten sich im Vorfeld auf diese Vorgehensweise geeinigt, hieß es hierzu aus der Führungsetage des Rathauses. „Wie ein Gutachten darstellt, wäre eine Sanierung ,im Betrieb’ mit deutlichen Mehrkosten verbunden“, erklärte die Verwaltung bereits zum Jahresanfang. Der Sanierungszeitraum wurde von der Krefelder Bau GmbH mit 15 bis 18 Monaten beziffert. Dirk Plaßmann, Leiter des OB-Büros, zeigte sehr froh, dass „eine einvernehmliche Lösung erreicht wurde, die allen Beteiligten gerecht wird“.

Die Verwaltung hat mit der Krefelder Bau GmbH einen Baubetreuungsvertrag zur Sanierung des Stadtwaldhauses abgeschlossen. Erforderlich sind unter anderem der Austausch der Fenster sowie die Beseitigung von Rissen in Fassade und Dach, aber auch Maßnahmen zur Optimierung von Betriebsabläufen. Ferner ist die Herstellung der Barrierefreiheit. Informationsdefizite scheint es zeitgleich zwischen Verwaltung und Politik gegeben zu haben. „Niemand hat uns bisher gesagt, wann genau die Sanierung beginnt und vor allem wie lange sie dauern soll. Bei der angespannten Handwerkerlage gehen da mal schnell zwei bis vier Jahre ins Land“, sagt Manfred Läckes, baupolitischer Sprecher der CDU. „Eine solch lange Komplettschließung mit ungewissem Ausgang wäre verheerend für die Zukunft des Stadtwaldhauses. Herr Lang führt das Haus nun seit 28 Jahren, es ist eine Erfolgsstory. Er hat bereits mehrmals mit seinem Team bewiesen, dass auch größere Umbaumaßnahmen bei laufendem Betrieb in enger Abstimmung mit der Verwaltung möglich sind.“

Parallel ist der CDU „zu Ohren gekommen“, dass die Stadtverwaltung das Haus am liebsten loswerden möchte. „Auch hier sagen wir ganz klar: Nein! Das Haus gehört der Krefelder Bürgerschaft und so muss es auch bleiben“, erklärt Gero Hattstein, CDU-Mitglied im Planungsausschuss. „Seit Jahrzehnten werden hier Veranstaltungen abgehalten: Karnevalssitzungen, Abibälle, Abschlussfeiern, und der boomende Biergarten. Wir werden nicht zulassen, dass dies alles gefährdet wird.“ Es kann aus Sicht der CDU-Ratsherren auch nicht sein, dass die Sanierung allein mit der „Baubrille“ beurteilt werde. Das Haus biete genügend unterschiedliche Flächen: großer Saal, kleiner Saal und Biergarten. Läckes: „Auch gibt es viele Ideen, um Engpässe mit temporären Möglichkeiten wie Großraumzelte zu überwinden. Das Stadtwaldhaus hat auch unter Aspekten des Stadtmarketings für Krefeld eine große Bedeutung. Warum dies in der Stadtverwaltung offenbar überhaupt keine Rolle spielt, ist unverständlich.“

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