Stadtplanung in Krefeld: Beim Ausbau von Straßen und Plätzen droht Stillstand

Stadtplanung in Krefeld : Politik will Bauprojekte vorantreiben

Der Planungsdezernent vor dem Absprung, das Projekt Philadelphiastraße schon wieder verschoben: Wie steht es um Krefelds Bauprojekte?  Die Politik will die wichtigsten Vorhaben vorantreiben.

Die  Krefelder Planungspolitiker im Rat sind vor allem im Bereich Tiefbau in Sorge, dass es zu Verzögerungen oder Stillstand kommt. „Dort herrscht eklatanter Personalmangel; auch die Stelle des Fachbereichsleiters ist noch nicht wieder besetzt“, erläutert Jürgen Wettingfeld, planungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Rat, auf Anfrage. Betroffen wären städtebaulich wichtigte Projekte: „Karlsplatz, Von-der-Leyen-Platz, Dionysiusplatz oder der Umbau der Philadelphiastraße drohen nicht oder nur mit Verzögerung voranzukommen“, sagt Wettingfeld. Jüngstes Exempel ist die Philadelphiastraße. Eigentlich sollte die Neugestaltung in diesem Jahr beginnen, nun steht fest: Es geht frühestens 2020 los.

Rang 2 Nordanbindung Hafen:   Zurzeit werden die frühzeitige Behördenbeteiligung vorbereitet und Fachgutachten abgearbeitet.  Satzungsbeschluss und  Ausschreibung der Bauleistungen sind für 2019, der Baubeginn für 2020 geplant. Foto: Hafen

Sein SPD-Kollege im Rat, Jürgen Hengst, teilt die Auffassung und äußerte wenig Verständnis dafür, dass es auch nach einem Jahr noch nicht gelungen ist, die  Leitungsstelle Tiefbau zu besetzen. „Woran immer es liegt: Ich verstehe nicht, warum die Besetzung einer solchen Stelle so lange dauert. Wenn eine Stelle von dieser Bedeutung in einem privaten Unternehmen so lange vakant wäre, könnte Firma irgendwann dichtmachen.“

Was den Weggang von Planungsdezernent Martin Linne nach Duisburg angeht, ist Wettingfeld optimistisch, dass die operative Arbeit weitergeht. Ein Mann wie Linne sei vor allem für die großen Entwicklungslinien zuständig und dafür, verwaltungsintern für die ausreichende Ausstattung mit Personal in seinem Bereich zu kämpfen, sagt Wettingfeld. Er ist zuversichtlich, dass Politik und Verwaltung die großen Projekte in Krefeld vorantreiben können: Neubau eines Technischen Rathauses auf dem Theaterplatz, neuer Standort für eine Veranstaltungshalle und die Abwicklung des Stadthauses. „Es gibt dazu bereits Gespräche zwischen Politik und Verwaltung. Wir werden natürlich nicht abwarten, bis ein neuer Planungsdezernent gefunden ist. Wir wollen dafür sorgen, dass die Verwaltung weiter arbeitet“, sagt Wettingfeld. Gespräche über neue Zuständigkeiten, um den Weggang Linnes aufzufangen, gebe es schon einige Wochen, betonte Hengst dazu.

Bis Mai soll die Vorlage für den Rat erarbeitet sein, in dem die Rahmenbedingungen für die Ausschreibung zum Bau des Stadthauses auf dem Theaterplatz dem Rat vorliegen, berichtet Hengst. Bei der Planung gehe es auch darum, Gebäude wie den ehemaligen Sitz der Wohnstätte an der Ecke  Carl-Wilhelm-Straße/ Königstraße mit einzubeziehen. „Auch für die Frage, wie es beim Thema neue Veranstaltungshalle weitergeht, erwarten wir bis Mai Fortschritte“, sagte Hengst. Linne sei bis dahin auch noch da.

Rang 5 B-Plan 798 Gewerbegebiet Oberdießemer Straße / Zur Feuerwache:    Der Satzungsbeschluss ist für Juli 2019 geplant. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)
Rang 9 B-Plan 822 (Willy-Brandt-Platz): Vorgesehen ist eine Nutzung für Dienstleistungsangebote  wie Hotel, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Büros und Einzelhandel. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)
Rang 8 B-Plan 686 Theaterplatz:   Zurzeit wird eine Machbarkeitsstudie für die Ansiedlung eines Verwaltungsneubaus erarbeitet. Foto: Thomas lammertz
Rang 7 B-Plan 652/I (Fischeln-Südwest):  Der Satzungsbeschluss ist für 2019 vorgesehen. Foto: Wohnstätte Architekturbüro Kohl Berlin

„Unkritisch“ sei die Lage im Bereich Hochbau und im Bauordnungsbereich, wo private Bauvorhaben abgewickelt werden, sagt Wettingfeld weiter.  Auch der Bereich „Bauleitplanung“  sei mit der Einrichtung neuer Planstellen durch den Stadtrat wieder auf Sollstärke gewachsen und habe in 2018 elf statt der geplanten acht Satzungsbeschlüsse für Bebauungspläne fertiggestellt, die durch den Rat beschlossen worden seien.

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