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Ukraine-Hilfe aus Krefeld: Hilfstour der Krähen

Ukraine-Hilfe aus Krefeld : Die Krähen organisieren Hilfstour

Die Krefelder Kabarett-Traditionsgruppe „Die Krähen“ kooperiert mit einer privaten Initiative. Nach Ostern konnten so Hilfsgüter an die ukrainische Grenze transportiert und Menschen nach Deutschland gebracht werden.

(bk) Diesmal handelt es sich bei dem geschäftigen Treiben der Kabarettgruppe „Die Krähen“ weder um intensives Proben noch um das Schreiben neuer Texte. Stattdessen packten die engagierten Mitglieder fleißig Proviant und Drogerieartikel in Care-Pakete, die sie  nach Ostern an die polnisch-ukrainische Grenze gebracht haben.

Gemeinsam mit Tanzpädagogin Sara Schatz und zahlreichen privaten Helfern organisierten und finanzierten die Krefelder Krähen die Fahrt per Doppeldeckerbus. Auf dem Rückweg ermöglichte das Gefährt bis zu 80 Schutzsuchenden eine sichere Weiterreise nach Deutschland. Vor Ort an der polnischen Grenze wurden die Hilfsgüter an Verteilstationen übergeben. Den Flüchtlingen konnten außerdem Hilfe und Orientierung angeboten werden. Inzwischen sind die Krefelder Helfer bereits wieder auf der Rückreise.

Philipp Schmitz, Manager der Krähen, erklärt: „Wir hatten von dieser Privatinitiative zur Ukrainehilfe erfahren und wollten dabei unterstützen. Das Netzwerk der engagierten Initiative um Sara Schatz ist in den letzten sechs Wochen stark gewachsen und beinhaltet z.B. direkte Kontakte ins Land über die Ukrainisch-Orthodoxe Gemeinde in Köln rund um den Priester Volodymyr, der ebenfalls unermüdlich für das Wohl der Kriegsleidenden arbeitet.“ Auch beteiligten sich der befreundete Verein „Stylians for Kids“ sowie viele Privatleute. Der Busunternehmer sei zudem ortskundig und wisse als gebürtiger Ukrainer, worauf er sich einlasse. Die Fahrt seines größten Flottenbusses mit mehreren Fahrern ermöglichte er zum Selbstkostenpreis.

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Auch ein Ensemble-Mitglied hat die Bus-Crew verstärkt. Bettina Deudon fuhr mit und kümmerte sich auf der Rückfahrt um die Mitreisenden, wie Krähen-Chef Peter Gronsfeld erklärt. „Es ist einfach nur toll zu sehen, wie sich alle reinhängen. Palettenweise werden Lebensmittel gekauft, spontan wird ein Laster für deren Transport organisiert, etliche Packer für die Taschen stehen auf Zuruf parat, alles klappt perfekt. Ich bin sehr stolz auf diese Truppe!“

Die kabarettistischen Krähen finanzieren ihre Hilfsaktionen über Auftritte vor großem Publikum, deren Reinerlöse an karitative Zwecke gehen. Im 37-jährigen Bestehen der Krähen kamen so über 400.000 Euro zusammen, was deutschlandweit beachtenswert sei, sagt Gronsfeld.

Die nächsten Auftritte der kabarettistischen Truppe sind für den Herbst dieses Jahres geplant.