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Entwicklungshilfe: Spenden für die Grundschule Gambia

Entwicklungshilfe : Spenden für die Grundschule Gambia

Es war kalt und ungemütlich - trotzdem hat es den Helfern auch dieses Mal wieder viel Spaß gemacht. Mitglieder des Vereins "Grundschule Gambia" verkauften auf dem Besonderen Weihnachtsmarkt auf dem Platz an der Alten Kirche Selbstgebasteltes und Selbsthergestelltes für den guten Zweck. Insgesamt kam so die stolze Summe von 1189,47 Euro zusammen. Über das Geld freuen sich die Kinder der Emma-Christine-Grundschule in Gambia, die sich direkt über Internet bei den Helfern bedankten.

Uwe Beckers, der das Projekt mit Hilfe von zahlreichen Spendern aus Krefeld und der Region quasi im Alleingang stemmt (die RP berichtete), ist seit November wieder vor Ort. Es warteten spannende Zeiten auf den Entwicklungshelfer, dessen Schule inzwischen von 244 Kindern ganztags besucht wird. In Gambia standen Anfang Dezember Wahlen an. Würde das Land nach 22 Jahren der Diktatur einen Neuanfang wagen? Denn eins war Beckers klar: Nur die Abwahl des Diktators würde die Zukunft seines Schulprojektes sichern. Über Facebook verkündete er nach bangen Stunden die frohe Nachricht: "22 Jahre Unterdrückung der Meinungs-/ Pressefreiheit und der Demokratie. Ich kann es nicht glauben. Die Menschen tanzen im ganzen Land. Ein besonderer Tag für unsere Kinder, die Menschen in Gambia und für ganz Afrika. Trotz unzähliger Einschüchterungen und Morddrohungen, Abschaltung von Internet und Telefonverbindungen, Ausschluss der Oppositionsparteien von Rundfunk und Fernsehen haben die Menschen den Wechsel geschafft."

Die Situation vor Ort sei jedoch kritisch gewesen. Beckers, der im Land von allen "Papa Buba" genannt wird, erinnert sich an die ungewisse Zeit. "Unsere Schule hatten wir vorsichtshalber für eine Woche geschlossen und Vorräte besorgt. Nach dem Wahltag für mich eine lange Nacht der Ungewissheit und Angst. Überall gespenstische Ruhe. Nur weit entfernt waren zahlreiche Armeefahrzeuge zu hören. Überall im Dorf konnte man die kleinen, batteriebetriebenen Radios rauschen hören mit der Hoffnung auf Neuigkeiten. Dann am nächsten Tag endlich die Erlösung. Eine Koalition aus 90 Prozent aller oppositionellen demokratischen Parteien hatte sich zusammengetan, um einen gemeinsamen neuen Präsident zu stellen. Und es hat geklappt. Ein Happy End für die Menschen, und mit der Hoffnung, dass die jungen Leute hier nun eine Zukunft bekommen und nicht weiterhin den oft todbringenden Weg nach Europa suchen müssen. Ein Land schreibt Geschichte und ich war dabei."

Angekommen sind inzwischen die vielen Sachspenden aus Deutschland. Und auch der blaue Kleinbus, den viele aus Krefeld kennen, ist nun in Gambia unterwegs.

(RP)