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Krefeld: Sozial engagierte Fabritianum-Schüler ausgezeichnet

aus den Schulen : Viel Lob für die „Soko“-Schüler des Fabritianums

Schulleiter Eric Mühle lobt seine Schülerinnen und Schüler: „Auch wenn eure Generation oft nur mit überbordender Mediennutzung in Verbindung gebracht wird, gibt es sehr viele unter euch, denen das Engagement für eine Sache oder auch für andere Menschen wichtig ist.

Dabei ist es egal, wofür man brennt – wichtig ist, dass man etwas tut, um Dinge zum Positiven zu verändern.“

Und das haben 33 Schüler der Jahrgangsstufe 9 des Gymnasiums Fabritianum im Rahmen des Projekts „Soziale Kompetenz“ getan: In Kooperation mit dem Jugendrotkreuz haben sie die Möglichkeit genutzt, sich 60 Stunden lang am Nachmittag oder in den Schulferien im Bereich einer sozialen Einrichtung oder der Nachbarschaftshilfe freiwillig zu engagieren und in anderen Lebenswelten und -situationen Praxiserfahrung zu sammeln.

Zehn Jugendliche haben sogar mehr als 75 Stunden in Kindertagesstätten, Sport- und Schwimmvereinen, bei der Hausaufgaben- und Ferienbetreuung in Grundschulen, in der Jugendarbeit in Kirchengemeinden, in der Seniorenbetreuung, in Büchereien, in der Tagesbetreuung der Lebenshilfe, in einem Café für geflüchtete Frauen, beim DRK-Blutspendedienst oder in Tierheimen abgeleistet. Dafür erhielten sie nun von Regine Hellmann, die sich seit 2006 als ehrenamtliche Patin um die kleinen und großen Sorgen kümmert, und Schulleiter Mühle ein Zertifikat, das zum Beispiel einer Bewerbung um einen Ausbildungsstelle oder einen Studienplatz hinzufügt werden kann.

In einer Talkrunde befragte Mühle einige der Teilnehmenden unter anderem nach ihrer Motivation, sich für andere einzusetzen. „Ich werde nie die glücklichen Gesichter der Menschen vergessen, denen ich ein wenig helfen konnte“, erzählt Lea über ihre Zeit in einer kirchlichen Bücherei. „Als ich mein Praktikum bei den Pfadfindern schon abgeschlossen hatte, hatten die Siebenjährigen Tränen in den Augen. Spätestens da stand mein Entschluss fest: Ich mache weiter“, erinnert sich Jan. Für Sophie dagegen ist die Begegnung mit der Holocaust-Überlebenden Halina Birnbaum ein unvergesslicher Höhepunkt ihres Einsatzes in der NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer. Burkhard Ostrowski hat dort eng mit der Fabritianerin zusammengearbeitet und sagt: „Sophie hat völlig eigenständig Projekte erarbeitet und betreut. Sie hat unsere Arbeit mit dem speziellen Blick einer Jugendlichen sehr bereichert.“