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Krefeld: OB Meyer zeichnet Karin Meincke, Doris Nottebohm und Benedikt Lichtenberg aus

Frank Meyer ehrt Krefelder : OB zeichnet verdiente Kommunalpolitiker aus

Der Oberbürgermeister hat jetzt mehrere verdiente Kommunalpolitiker ausgezeichnet, zudem erhielten mehr als 100 Personen die Stadtmünze für ihre ehrenamtliche Tätigkeit.

(RP) Die „Würde der Stadtältesten“ ist drei aus dem Stadtrat ausgeschiedenen Personen verliehen worden, die dem Rat mindestens vier Wahlperioden angehört hatten: der ehemaligen Ratsfrau und Bürgermeisterin Karin Meincke (CDU) und den ebenfalls langjährigen Ratsmitgliedern und Bezirksvorstehern Doris Nottebohm (SPD) und Benedikt Lichtenberg (CDU). Die Auszeichnungen hat Oberbürgermeister Frank Meyer in einer Feierstunde im Biebricher Saal der Galopprennbahn überreicht.

Zudem sind die ausgeschiedenen Rats- und Bezirksvertretungsmitglieder aus der Ratsperiode 2014 bis 2020 offiziell verabschiedet worden. Für unterschiedliche Zugehörigkeitszeiten sind die ehemaligen Kommunalpolitiker mit der Stadtmünze in Gold, Silber oder Messing ausgezeichnet worden. Diese Auszeichnung ging an insgesamt mehr als 100 Personen. „Wenn der Bundestag die Herzkammer der Demokratie ist, dann sind Kommunalparlamente vielleicht ihre Hände und Finger – stets auf Tuchfühlung mit der Alltagswirklichkeit, oft anpackend und zupackend, eher interessiert an der konkreten praktischen Umsetzung als an der Beantwortung grundsätzlicher Fragen“, sagte Oberbürgermeister Meyer bei der Feier. Dies bedeute nicht, dass es in Stadträten keine klugen, leidenschaftlichen Diskussionen gebe. Meyer erinnerte an die Sondersitzung des Rates zum Thema Surfpark im Januar – das sei im Grunde eine kleine Sternstunde kommunaler Demokratie gewesen. „Da waren wir beileibe nicht einer Meinung, aber wir haben eine facettenreiche, offene und sehr konstruktive Debatte geführt, die am Ende per gleicher, geheimer und freier Wahl entschieden wurde – genau so funktionieren demokratische Prozesse auf kommunaler Ebene.“

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Und noch etwas werde an diesem und vielen anderen Beispielen deutlich: Demokratie könne „verdammt anstrengend“ sein. Meyer: „Viele Kolleginnen und Kollegen sind zehn, 15, 20 und sogar 35 Jahre dabei gewesen und haben mitunter mehr als ihr halbes Leben in der Kommunalpolitik mitgemischt. Wer sich für Kommunalpolitik entscheidet, der wählt eigentlich einen zweiten Hauptberuf – und zwar einen, der häufig keinen Feierabend und kein Wochenende kennt.“ Und weiter: „Ich überspitze das hier bewusst ein wenig, aber im Kern sind Kommunalpolitiker sowas wie die Pfadfinder der Demokratie: Allzeit bereit.“

Kürzlich habe zudem eine Studie für Aufsehen gesorgt, nach der in Brandenburg – in Krefeld werde das zum Glück anders sein – jeder dritte Kommunalpolitiker in den vergangenen Jahren bedroht, beleidigt oder tätlich angegriffen worden sei – eine erschütternde Statistik. Jede dieser Attacken sei ein direkter Angriff auf die Demokratie – denn ohne engagierte ehrenamtliche Politiker könne das Gemeinwesen nicht funktionieren. „Wer einen aus diesem Kreis angreift, der greift uns alle an – und dazu das verfassungsgemäße Fundament, auf dem unser Land aufgebaut ist“, erklärte Frank Meyer an diesem Abend.

Die Mitarbeit in den Bezirksvertretungen, in Ausschüssen und im Stadtrat ermögliche aktive Mitbestimmung; das Mitwirken an wichtigen Impulsen in der Entwicklung der Heimatstadt; nicht zuletzt den spannenden Austausch mit lauter Menschen, die Lust darauf hätten, Krefeld zum Positiven zu verändern. „Ich sehe heute Abend viele solcher Menschen, denen der Wunsch, Krefeld zum Positiven zu verändern, ein riesiger Antrieb war, und ich sehe auch eine ganze Menge Menschen, mit denen ich ein Stück meines eigenen Weges gegangen bin: Es sind – auch über Fraktionsgrenzen hinweg – Freundinnen und Freunde darunter, Kolleginnen und Kollegen, auch politische Gegner, die ich über die Jahre zu schätzen gelernt habe. Sie haben alle eines gemeinsam: Sie hatten den Mut, Verantwortung für unser Gemeinwesen zu übernehmen und vom passiven Einwohner zum aktiven Bürger zu werden. Mit dieser Veranstaltung möchte die Stadt Krefeld Ihnen allen dafür herzlich Danke sagen“, machte Oberbürgermeister Frank Meyer deutlich.