Heimatverein Organisiert Einen Mundart-Wettbewerb Für Kinder: Kindern wieder Mundart nahebringen

Heimatverein Organisiert Einen Mundart-Wettbewerb Für Kinder: Kindern wieder Mundart nahebringen

Mundart ist vom Aussterben bedroht; nur wenige Kinder sprechen heute überhaupt noch Platt. Die vielen unterschiedlichen Nuancen der einzelnen Stadtteile sind ohnehin schon längst verlorengegangen. Dagegen etwas zu tun, ist das erklärte Ziel des Heimatvereins, in dem die verschiedenen Bürgervereine der Stadtteile organisiert sind.

Ganz vorn dabei ist das Ehepaar Ursula und Theo Versteegen aus Traar. Beide sind gebürtige Krefelder und wuchsen mit Platt auf. "Früher", erzählt Theo Versteegen"konnte man problemlos an der Sprache erkennen, ob jemand aus Fischeln, Verberg, Traar oder der Stadtmitte kam. Heute gibt es das nicht mehr. Verstanden haben wir uns alle. Nur die Hülser waren etwas komisch. Die waren hinter der Benrader Linie, das war schon eine andere Sprache."

Für Theo Versteegen war, wie er schmunzelnd sagt, (Hoch-)Deutsch die erste Fremdsprache. Seine Frau Ursula lernte das Platt eigentlich auf der Straße. Doch auch für die ehemalige Lehrerin ist die Mundart ein Teil Kultur. Und beide sind bestrebt, sie zu erhalten. Seit 40 Jahren sind sie in der Brauchtumspflege aktiv. Ursula Versteegen baute Mundart immer wieder in den Unterricht ein. Ihr Mann engagierte sich im Bürgerverein. Einst war die Brauchtumspflege vor allem auf Altenheime ausgerichtet, bis Heinz Webers, ein Mitstreiter, auf die Idee kam, die Jugend zu begeistern.

Daraus resultierte eine kurze Blüte der Mundart in den späten 70er und frühen 80er Jahren. An diese wollen die beiden Traarer Brauchtumspflege - 83 und 79 Jahre alt, und auch ihre Mitstreiter sind weit im Rentenalter - nun anknüpfen. Anmeldungen für den Vorlesewettbewerb an der VHS sind noch bis zum Freitag, 15. Dezember, möglich. Stattfinden wird der Wettbewerb am 20. Januar.

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Geschichten und Lieder in Mundart gibt es viele. Auch in Zeitungen und Vorort-Blättchen gibt es Mundartkolumnen. Die wenigen Bands und Theatergruppen, wie die "Pappköpp" oder "Krähen" halten die Sprache hoch, doch auch sie werden nicht jünger.

"Mundart ist auch ein Stück Heimat", befindet Ursula Versteegen. "Ich fände es schön, wenn wir das erhalten können. Internationalität ist gut, aber eine Identität ist auch wichtig." Dafür kämpfen die beiden und ihre Mitstreiter. Und sie hoffen auf mehr, als die bislang sieben angemeldeten Kinder für ihren Vorlesewettbewerb, damit bald auch wieder jüngere Menschen Platt verstehen und vielleicht sogar sprechen. Und so rufen die Versteegens ganz stilecht auf: "Flück, flück, flück, maat öch op de Söck".

(svs)