Krefeld Stadtmitte : Bunte Karawane für eine grünere Stadt

Autofahrer auf dem Ring, der St. Anton, oder der Hubertusstraße staunten am Donnerstagabend nicht schlecht: Vor ihnen zog eine seltsame Karawane durch die Stadt. Sportler in Trikots, darunter einige Football-Spieler der Krefeld Ravens in voller Montur, Spieler des CHTC, Triathleten von Bayer Uerdingen, Spieler von Pinguinen und KEV81 oder des KFC Uerdingen, liefen einträchtig beisammen.

Vor sich schoben sie Schubkarren mit Wildblumen. Doch nicht nur Sportler waren zugegen. Auch Unternehmen wie die Sparkasse und Feldsaaten Freudenberger, der NABU, Vertreter von Jugendzentren und Seniorenheimen oder ein Moscheeverein und viele mehr waren dabei.

Der seltsame Tross schlängelte sich vom Mies-van-der-Rohe-Park  zum Willy-Göldenbachs-Platz. Dort wurden die Karren abgestellt und sollen hier während der Krefelder Laufmasche als Zeichen für eine grünere und insektenfreundliche Stadt stehen. „Natürlich wissen wir, dass die Karren selbst wenig verändern. Aber es soll ein Zeichen sein, ein Symbol, wo wir hin wollen“, sagte Ulrich Cloos, der Leiter des Krefelder Stadtmarketings. Mit der Beteiligung zeigte er sich hochzufrieden.

Dies auch aufgrund der bunten und farbenfrohen Gruppe, die sich da eingefunden hatte. Michael Müller, einer der Leiter der Ortsgruppe Krefeld des NABU, hatte sich etwas besonderes einfallen lassen. Auf seinem Mobiltelefon ließ er stetig eine Aufnahme des Gesangs einer Nachtigall ablaufen. „Heute weiß kaum noch ein Mensch, wie sie singen. Wir brauchen mehr Grün, mehr Rückzugsräume für Tiere, damit sich das wieder ändert“, sagte er.

Insgesamt zeigte sich gerade die Umweltorganisation begeistert von der Idee des Schubkarrenlaufs. „Krefeld ist die Stadt, von der die Kunde vom Insektensterben in die Welt gegangen ist. Jetzt wollen wir alle dazu beitragen, dass auch von hier der Kampf gegen diese große Gefahr für unsere Ökosysteme aufgenommen wird“, sagte Dieter Kirsch, auch er vom NABU.

Mehrere hundert Menschen hatten sich auf den Weg gemacht. Längst nicht alle hatten selbst Schubkarren genommen. Es blieben sogar einige in der Halle zurück. Am Erfolg und der Signalwirkung der Aktion freilich änderte das überhaupt nichts. Was nach Ende der Krefelder Laufmasche mit den Pflanzen passiert, ist noch nicht klar. Sie sollen abgegeben werden, um fortan an verschiedenen Orten in und um Krefeld Insekten zu ernähren und die Stadt zu begrünen. Sven Schalljo

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