Krefeld: "Stadt will Schullandheim schließen"

Krefeld : "Stadt will Schullandheim schließen"

In einem Brief warnt der Vorsitzende des Fördervereins für das Schullandheim Herongen, Günter Hawlik: Die Stadt plane wegen des Nothaushalts die Schließung des städtischen Schullandheims.

Die Stadt muss offenbar wegen des Nothaushalts die Zuschüsse für das städtische Dr.-Isidor-Hirschfelder-Schullandheim in Straelen-Herongen streichen. Dies hat Günter Hawlik, erster Vorsitzender des Fördervereins, jetzt in einem Brief an alle Ratsfraktionen und die Medien mitgeteilt. Er befürchte, dass die Immobilien sogar verkauft werden könnte. Hawlik betont, dass er seine Informationen aus einer sicheren Quelle in der Stadtverwaltung habe.

Die Stadt hält sich bedeckt: Krefelds Kämmerer Ulrich Cyprian will sich vorerst zu konkreten Sparzielen im neuen Haushalt nicht äußern. Der Haushalt soll erst zum Ende dieses Jahres eingebracht werden. 200 000 Euro, so berichtet Hawlik, würde die Stadt pro Jahr an Zuschüssen für das Heim ausgeben. Getragen würde es außerdem durch die Beiträge der Eltern, deren Kinder das Heim bei Klassenfahrten nutzen. Rund 95 Euro inkl. Vollpension koste eine fünftägige Freizeit pro Kind. "Damit liegen wir im deutschlandweiten Vergleich günstig", sagt Hawlik. Über die Erhöhung der Preise gäbe es nur einen kleinen Spielraum, das Heim zu retten. "Wie die Politik entscheidet, ist für mich nicht abzusehen", sagt der ehemalige Schulleiter der Hauptschule Prinz-Ferdinand-Straße. Der Förderverein habe alleine in den vergangenen zehn Jahren rund 50 000 Euro in das Schullandheim investiert, kritisiert Hawlik. Die Schließung des 64 Jahre alten Schullandheims mit den Häusern Krähennest, Bienenstock und Greifenhorst, das nach dem jüdischen Kinder- und Frauenarzt Isidor-Hirschfelder benannt ist, würde einen Bruch mit einer langen Krefelder Tradition bedeuten. Jahrzehnte lang haben Krefelder Klassen das Schullandheim besucht. Schon in den Jahren 1987 und 2001 war die Schließung diskutiert worden - damals gab es Solidaritätsaktionen.

Hawlik berichtet, dass der Heimleiter von der Stadt bereits die Anweisung bekommen habe, für das nächste Schuljahr keine Anmeldungen mehr anzunehmen.

(RP)
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