Krefeld: Stadt schlägt vor: Zoo soll Fundtiere aufnehmen

Krefeld : Stadt schlägt vor: Zoo soll Fundtiere aufnehmen

Die Situation spitzt sich zu. Wer wird ab 1. Januar 2015 Krefelds Fundtiere aufnehmen? Am Donnerstag diskutierten die Ratsmitglieder diese Frage im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung. Diskutiert wurde nach RP-Informationen Plan B der städtischen Verwaltung: Der Zoo soll künftig die Fundtiere aufnehmen.

Angedacht ist nun, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln eine Fundtierstation auf Zoo-Gelände einzurichten. Der Hausenhof in Linn soll dafür im Gespräch sein. Er dient normalerweise als Quarantänestation für exotische Tiere. Zoo-Sprecherin Petra Schwinn bestätigte gestern auf Anfrage erste Gespräche. "Wir stehen akut in Verhandlungen. Die Stadt ist an uns herangetreten. Ein Ergebnis dieser Gespräche steht noch nicht fest. Der Aufsichtsrat ist jedoch informiert."

Informiert waren die Aufsichtsratsmitglieder Friedrich R. Berlemann und Peter Sulies bei RP-Anfrage jedoch nicht, wie Dietmar Schörner, zweiter Vorsitzender der Zoofreunde bestätigte. "Wir haben noch nie von diesem Thema gehört. Eine solche Angelegenheit wäre jedoch im Aufsichtsrat der GmbH entscheidungspflichtig. Schließlich geht es darum, dass der Zoo eine zusätzliche Aufgabe übernimmt. Eine Mehrheit für eine Entscheidung dieser Art kann es nur mit den Stimmen der Zoofreunden geben."

Generell auf eine solche Lösung des Fundtier-Problems angesprochen, ist die Antwort der Krefelder Zoofreunde eindeutig. "Mit uns wird es so etwas nicht geben. Das wäre in vielerlei Hinsicht nicht gut für den Zoo", sagte Schörner. Unmut über die Verhandlungspraxis der Stadt ist beim Tierschutzverein zu spüren. "Wir sind enttäuscht, wie mit dem Thema umgegangen wird", sagte Dietmar Beckmann, Sprecher des Vorstandes des Tierschutzvereins, gestern verärgert.

Er bekräftigte nochmals: "Wir können keinen Kompromiss anbieten, weil uns dazu schlicht das Geld fehlt. Wir haben einfach nicht mehr die Mittel, den Tierheim-Betrieb großzügig zu bezuschussen. Spenden lassen sich nun mal nicht erzwingen."

(RP)