Krefeld: Stadt muss B 288-Ausbau selbst finanzieren

Krefeld : Stadt muss B 288-Ausbau selbst finanzieren

Der Rat hat den Bau der Autobahn 524 in Krefeld abgelehnt – die Kosten für eine Bundesstraße muss Krefeld selbst tragen.

Der Rat hat den Bau der Autobahn 524 in Krefeld abgelehnt — die Kosten für eine Bundesstraße muss Krefeld selbst tragen.

Die Entscheidung gegen eine weitere Autobahn auf Krefelder Stadtgebiet könnte für die Stadt noch teuer werden. 2010 hatte der Krefelder Rat entschieden, den Bau der Autobahn A 524 auf der Trasse der B 288 von der A 3 über den Duisburger Süden nach Uerdingen abzulehnen. Das Landesverkehrsministerium bestätigte jetzt eine Entscheidung, die im Kern lange feststeht: Dass ab Duisburg-Ungelsheim bis zum Rhein ebenso wie im linksrheinischen Uerdingen keine Autobahn gebaut wird, sondern eine vierspurige Bundesstraße. Die Folge: Jetzt wird nicht der Bund die Kosten für einen möglichen Straßenneubau dort tragen, sondern Krefeld selbst. Auch ob der Lärmschutz durch den Bund finanziert wird, ist offen.

Bernhard Meier, Sprecher des NRW-Verkehrsministeriums, erklärte auf Anfrage, dass sich der Ausbau in Autobahnvariante aufgrund der engen Anschlussstellenfolge und enger Radien schon in technischer Ausführung als schwierig erweist. Für den Ausbau als Bundesstraße gebe es erheblich weniger Auflagen. "Es können engere Radien verwendet werden, und auch der Höhenverlauf der Straße kann anders geplant werden", so der Sprecher. Aus städtischer Sicht sei zu beachten, "dass es sich bei dem Teilstück der Straße in Krefeld ab Hafenanschluss in Richtung Westen dann wie heute um eine Ortsdurchfahrt handelt, und die Stadt für die Planung und die Kosten zuständig ist." Der Ausbaudruck sei aber wegen der vorhandenen Vierspurigkeit nur gering. Auch zwei neuen Fahrspuren über den Rhein seien geplant, so der Sprecher. Wie dies realisiert wird, ist aber noch unklar. Die Planungen werden erst 2015 aufgenommen, wenn der Bundesverkehrswegeplan verabschiedet ist. Die Abstimmungsgespräche in Sachen Optimierung der Hafenanbindung zwischen Stadt und Land liefen, erklärte der Sprecher.

Die SPD begrüßte am Freitag die Entscheidung gegen den Autobahnbau: "Der erbitterte Widerstand auf Krefelder Seite ist sicher auch ein Grund für diese Entscheidung gewesen", sagte Ulrich Hahnen, SPD-Landtagsabgeordneter. Er begrüßte, dass die Stadt jetzt mehr Mitsprache habe.

(RP/ac)
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